Erste Erkundungen Richtung Westen. Ein Erfahrungsbericht.

Sonntag vor einer Woche war ich im Bonner Café la Victoria zu Gast, um dort ein Konzert zu spielen. Ein gemütlicher Laden in fröhlichen Farben, eine kleine Oase in einem sonst weniger schicken Stadtteil von Bonn. Anders als man es in Berlin gewöhnt ist, war der Laden voll, einfach so. Die Atmosphäre war toll – gesellig und wuselig, trotzdem aufmerksam und zugewandt. Da konnte ich mich fallen lassen und den Abend sehr genießen. Anschließend habe ich den ersten Autogramm-Wunsch für „auf den Po“ bekommen, voll Rock-n-Roll-mäßig ;) (An alle Sittenwächter: Es kam nicht zur Ausführung, nur eine Anmerkung auf der Autogrammkarte des Beschenkten erinnert an diese Avance.)

Und gerade komme ich aus Münster und bin noch erfüllt von den vielen Eindrücken. Ich war dort Samstag und Sonntag zum Straßenkünstlerfestival im Allwetterzoo eingeladen. An verschiedenen Standorten im Zoo durften sich Kleinkünstler aller Art präsentierten.

Zugegeben, Samstag hieß es eher: Durchhalten. Es war brütend heiß und kaum eine Menschenseele verschlug es in diese Wüste am Stadtrand. Da stand dann Gelände erkunden und sich mit den Kollegen austauschen im Vordergrund, was auch schön war! Und ich habe die Zeit genutzt, mir ein Henna-Tattoo verpassen zu lassen (wieder gerade so am echten Rock-n-Roll vorbei geschrammt ;) )

Als ich dann am Sonntagmorgen Donnergrollen und Regentropfen von draußen vernahm, dachte ich: Na, toll, wer wird sich denn bei diesem Wetter in den Zoo verirren? Meine Bedenken erwiesen sich zum Glück als unbegründet. Menschenmengen strömten in regenfester Kleidung durch die Eingangstore. Das Wetter hatte dann auch Erbarmen.

Ich spielte auf einer überdachten Terrasse vor dem Elefantengehege, einer tollen Kulisse! Diesen Standort teilte ich mir mit STEPh, einer Musikerin, auch aus Berlin. Sie macht deutschsprachigen Feel-Good-Pop und ist dazu sehr sympathisch. Außerdem ließen Jylland sanfte Töne mit Tiefgang erklingen und das fügte sich perfekt in den angenehm, verträumten Sonntagnachmittag.

Auf dem Rückweg gab’s nochmal ein bisschen Aufregung. Gleise gesperrt wegen Unwetter, eine Ewigkeit von Reise nach Berlin. Aber Hauptsache, wieder sicher zu Hause angekommen.

Gestärkt und selig blicke ich also zurück und nach vorn. Da bin ich mir dann einmal mehr sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Parole: Immer weiter einen Fuß vor den anderen setzen und gern mehr vom Wilden Westen!