Oder: Was man in 30 Stunden Thüringen/ Sachsen alles erleben kann.

(Ich habe nachgerechnet, es waren mehr als 24 Stunden, obwohl das natürlich noch fetziger klingen würde, wenn ich sagte, 3 Orte in 24 Stunden. Aber nein, das wäre gelogen und ich will hier doch bei der Wahrheit bleiben.)

Es begann an einem Donnerstag in Erfurt, als ich zu Gast war bei Friederike -kleingeschrieben und mit punkt am Ende- die nicht nur eine tolle Musikerin ist, sondern es sich auch zur Aufgabe gemacht hat, mit ihrer Reihe „Hörensagen“ einmal im Monat handgemachte Musik an verschiedenen Ecken der Stadt zu versammeln; an diesem Abend im Café der Bibliothek am Domplatz. Es war ein bunter, stimmiger Abend, an dem sich besonders meine Stoffbeutel großer Beliebtheit erfreuten und inzwischen sicherlich das Erfurter Stadtbild als modisches Accessoire während der Ladenöffnungszeiten verzieren…

Nach einer kurzen, kühlen Nacht (trotz sehr herzlichen Gastgebern) ging es am nächsten Morgen weiter nach Chemnitz. Man, man, ich war ja schon froh, dass ich es rechtzeitig zum Bahnhof geschafft hatte. Leider habe ich dann trotzdem den Zug verpasst… Nein. Nicht mal den frühen Zug von Erfurt, sondern einfach nur das Umsteigen, aus reiner Sorglosigkeit und Vertrauen in meinen Weg. Das passiert mir sonst nie, aber anscheinend sollte es so sein, dass ich mit einem zweistündigen Umweg über Dresden mein Ziel in Chemnitz – die Muskelkater-Studios – gerade noch rechtzeitig für meinen dort geplanten Videodreh erreichte. Ich habe meine Geschichte über den „Astronaut“ eingespielt und spontan hat meine liebe Kollegin Miriam Spranger den Part des Roboter-Fräuleins im Hintergrund des Refrains übernommen. Am 4. April wird das Live-Video dazu veröffentlicht.

Anschließend ging’s weiter nach Leipzig. Dort habe ich mich zunächst gestärkt und aufgewärmt in meinem Lieblingscafé Puschkin (-eigentlich einen Tick zu dunkel und zu laut, aber auch alt ehrwürdig und mit diesem gewissen Hauch Heimatgefühl-), um später einer Einladung zu einem Wohnzimmerkonzert zu folgen. Wohnzimmerkonzerte sind für mich immer als etwas ganz Besonderes, da man doch unmittelbar in eine sehr private Sphäre – die Wohnung samt Freundes- und Bekanntenkreis eines bis dahin unbekannten Menschen – eintaucht… Aber nach einer herzlichen Begrüßung war schnell klar, dass die Chemie stimmte und alle Anwesenden einen wunderbaren Abend haben würden…

Nach dem Konzert fragte mich einer der Gäste, wie die Weltraumgeräusche in den „Astronauten“ kommen. Hi, hi – eine schöne Frage, die ich an dieser Stelle gern noch einmal kommentieren möchte.

Er meinte damit das Knarzen, das bei der Verschiebung der Griffe in der Strophe entsteht. Ich erinnere mich an einen der ersten Auftritte vor einem größeren Publikum mit diesem Song, als dieses Geräusch häufig noch ein Quietschen war und ein besorgtes Seufzen und Raunen durch den Saal ging, ob der dadurch verursachten hohen Frequenzen… So ist es doch interessant, wie eine Sache, die man selbst als Unzulänglichkeit oder Makel empfindet von einer anderen Person als passende Untermalung und besonderes Highlight empfunden wird.

In diesem Sinne – öfter mal die Perspektive wechseln und apropos Highlight – am 21. Mai steigt meine Record-Release-Party in Berlin in der Glühlampe – Stay tuned and don’t miss it!