Anfang des Jahres habe ich einen Bekannten wiedergetroffen. Er fragte mich, wie es mit der Musik läuft. Wir kannten uns etwas mehr als flüchtig und er hatte die ersten Gehversuche meiner musikalischen Laufbahn mitbekommen. Ich druckste rum, sagte: „Ja ganz gut, es wächst. Aber es ist jetzt kein durchschlagender Erfolg in Sicht.“ Wie um mich entschuldigen zu müssen. Er, ein Mensch, der sich Geschäft und Karriere verschrieben hat, belächelte mich: „Ach Mensch Jana, so kommst du nie richtig voran.“ So wollte ich es nicht stehen lassen. „Doch, ich bin zufrieden!“, ergänzte ich schnell. „Du verdienst vielleicht mehr als ich, aber bestimmt ist dein Leben viel stressiger als meines. Ich nehme mir Zeit für die Dinge, die mir wichtig sind.“ Schob ich nach. „Der Punkt geht an dich“, er grinste.

Es ging ja nicht ums Gewinnen, nur habe ich bemerkt, dass ich mich mehr aufrichten muss, um die Größe zu zeigen, die ich in meinem Leben einnehme, vor mir, wie vor anderen. Weil ich immer mehr dabei bin, die äußeren Maßstäbe abzustreifen und meine eigenen anzuziehen. Vor ein paar Jahren war mir das noch nicht so klar.

Erfolg wird in meinem Bereich, oft – ähnlich wie in anderen – automatisch gleichgesetzt mit einem kommerziellen Erfolg oder damit, dass man tausende oder Millionen Follower auf Facebook und Co. hat. Da muss man schon genauer in sich horchen, was die eigenen Ziele sind, die man erreichen möchte, um sich nicht entmutigen zu lassen. Aber wenn man mal recherchiert, findet sich eine sehr überschaubare Definition zu Erfolg: ‚Positives Ergebnis einer Bemühung. Eintreten einer beabsichtigten, erstrebten Wirkung.‘

Vor ein paar Tagen hat sie wieder an mir genagt, diese Frage: Bin ich erfolgreich genug? Was bedeutet das für mich? Mein neues Musikvideo hat gerade die 1000er Marke geknackt. Im YouTube-Universum ist das nichts. Trotzdem freue ich mich darüber wie die Schneekönigin. Das ist so viel wie ich noch nie hatte innerhalb einer kurzen Zeit. Sicher hat es auch damit zu tun, dass mein Label inzwischen mehr hinter mir steht und ich mit immer mehr mit Menschen zusammenarbeite, die ebenso wachsen und sich entwickeln. „Du berührst mich, du erzählst richtig schöne Geschichten“, schrieb mir vor ein paar Tagen eine Freundin als Resonanz auf die aktuelle, und frühere Veröffentlichungen. Wie mich auch weitere ähnliche Stimmen erreichten.

Und so stelle ich fest: Erfolg ist für mich eine Frage nach der Zufriedenheit und einer eigenständigen Entwicklung und Entfaltung. Bin ich richtig auf meinem Weg, geht es vorwärts? Was erreiche ich, was will ich erreichen? Es fühlt sich fast wie eine Mediation an, in der sich eine innere Befriedung breit macht und wächst.