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	<title>Blog &#8211; Jana Berwig – Sängerin, Liedermacherin Berlin</title>
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	<description>Musik ist eine Heimat für die Seele</description>
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		<title>Merveille du Vivant</title>
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		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Feb 2026 14:21:47 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Manchmal erlebe ich Dinge wie zum ersten Mal, die für andere so banal sein müssen, dass ich mich kaum traue, sie zu beschreiben. Vermutlich bin ich etwa der Drei Milliardste Mensch, der ein ähnliches Erlebnis schildert. Bezogen auf mein Leben würde ich es vergleichen mit einer Mondlandung und erscheint mir in jeder Facette erzählenswert, auch [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal erlebe ich Dinge wie zum ersten Mal, die für andere so banal sein müssen, dass ich mich kaum traue, sie zu beschreiben. Vermutlich bin ich etwa der Drei Milliardste Mensch, der ein ähnliches Erlebnis schildert. Bezogen auf mein Leben würde ich es vergleichen mit einer Mondlandung und erscheint mir in jeder Facette erzählenswert, auch wenn es ausgewählte Episoden bleiben werden. Vielleicht kann der Mehrwert für den geneigten Leser/ die geneigte Leserin ja genau darin liegen – eine der Errungenschaften der fortschrittlichen Gesellschaft für die Massen – aus Sicht Einer nachzuspüren, für die es bisher eine echte Seltenheit war: Die Urlaubsreise.</p>
<p>Im vom Schnee und Eis geplagten Berlin hegte ich sogar noch Anti-Reisegedanken. Ich bekam einfach nicht zusammen, dass ich an einem anderen Ort besser aufgehoben sein sollte als in meinem vertrauten Umfeld mit einem erst kürzlich gut erarbeiteten und erfüllten Tagesablauf und Lebensgefühl. Und wie das dann immer so ist, standen in dieser Woche, in der ich nicht in der Stadt sein würde, die vermeintlich interessantesten Veranstaltungen und attraktivsten Aufträge an. Diese Gedanken kamen auf, weil am Vortag der gesamte Flugverkehr aufgrund der Winterwetter-Situation lahmlag&#8230; Aber mir war klar, dass ich der Einladung meiner Freunde folgen würde. Sie freuten sich sehr auf meinen Besuch. Stündlich bekam ich Nachrichten, in denen sie mir das immer wieder bekundeten. Was kann es Schöneres geben, als sich so erwünscht und willkommen zu fühlen!</p>
<p>Am Flughafen in Nizza erwarteten sie mich bereits mit einem strahlenden Lächeln, trotz Wind und Nieselregen und einer kleinen Bombendrohung vor Ort. Wir fuhren durch abendliche Lichter und Silhouetten zu unserem Zielort Menton. Dort hatten meine Freunde ein Zimmer ihrer Ferienwohnung für mich vorbereitet, in einem ehemaligen Hotel.</p>
<p>Geschwungene Terrassen-Streben aus Stein in einem Beige-Ton, vor einer großen Palme, die dem Ganzen einen angenehmen Kitsch verlieh. Dahinter Häuser-Fassaden in Sonnengelb und gedrungene Dächer in Orange. Darüber glitzerte es weißlich auf Wasser zum morgendlichen Farbspiel des Himmels. Dieser Ausblick zeichnete die erste Postkarten-Ansicht, als ich gegen sieben Uhr am nächsten Tag die Zimmerläden öffnete. So ähnlich ging es weiter, als wir nach dem Frühstück den Ort zu Fuß erkundeten bei T-Shirt-Temperaturen in der Sonne. Im Schatten waren wir froh, uns die umschlungenen Pullover und Strickjacken überziehen zu können. Ich hatte, wie so oft keinen Plan, wo ich mich – geographisch gesehen – befand, und nahm mir vor, bei nächster Gelegenheit auf der Karte meine Lage zu sichten. Alle paar Meter blieb ich stehen, um die Umgebung fotografisch zu dokumentieren. In einer früheren Zeit wäre ich vielleicht achtsamer gewesen mit meinen Aufnahmen, von denen ich die schönsten behalten würde.</p>
<p>Es ist für mich immer ein Wunder, wie die Gedanken und Gefühle zur Ruhe kommen können, zwischen äußeren Reizen und Momenten der Langeweile in der Unterkunft. In diesem Nebeneinander von Orten und Landschaften, von äußeren und inneren Zuständen, die ähnlich und anders zugleich sind. Meine Freunde und ich hatten einen angenehmen Rhythmus von Erkundungen der Gegend, Ausflügen mit dem Auto und viel Zeit zum Ankommen und einfach sein.</p>
<p>Wir bewegten uns zwischen Côte d’Azur und Riviera ligure, und am nächsten Tag ging es ins italienische Imperia. Das sei ihr Lieblingsort, erzählte meine Freundin, weil es einfacher und bodenständiger sei. Der Cappuccino war auf jeden Fall halb so teuer wie in Menton. Die Häuser waren etwas verlebter und am Hafen wurde gebaut, mir fehlte der Blick auf das weite Meer. An einem anderen Tag brachen wir auf zum Chateau Eza, das wir über das Fürstentum Monaco erreichten. Wir sprachen über Adelsgeschlechter, über Gleichheit und Ungleichheit, über Aneignung und Widerstand. Manchmal wünschte ich mir, Erzähltes mehr behalten zu können oder den Wunsch zu haben, besser informiert zu bleiben. Außer, dass es viel Ungerechtigkeit gibt und Menschen sich dennoch arrangieren, Gegebenheiten annehmen und sie dennoch zu gestalten versuchen und irgendwie von Entwicklungen profitieren, verschwimmt alles sofort wieder zu einem Blabla&#8230; Als wir dann das Chateau Eza erklommen hatten und in dem Café auf dem obersten Plateau der Burg Platz nahmen, offenbarte sich ein Blick über weitere Anhöhen, Schluchten und vor allem das Meer, der seines Gleichen sucht. Dieses Meer, das so viele Fragen und Antworten zugleich in sich birgt, das am Horizont mit dem Himmel zu verschmelzen schien. Ich habe nie etwas Beeindruckenderes gesehen.</p>
<p>Tags darauf fuhren wir wieder nach Italien: San Remo. Ein Name, der sich mir von den aufbewahrten Postkarten von West-Verwandten an meine Großeltern im Gedächtnis verankert hatte. Diese Ansichten wurden plötzlich zu einem lebendigen Ort. Die aufgetürmten Häuser zum Berg hin und den Strand auf der anderen Seite kannte ich, genauso wie die aneinandergereihten Masten der kleinen Boote im Hafen! Alles sah genauso aus wie in meiner Erinnerung, auch wenn sich seitdem sicher vieles verändert hatte. Sei es, dass Fassaden bröckelten oder neue hinzugekommen waren. Die Farben blieben bestechend, das Azur-Blau, die Tuschkasten-Farben der Häuser, die Palmen, Zitrusbäume, Kakteen, Straßen von Serpentinen. Rollerfahrer, Rennfahrer, die unverschämt die Autos überholten und sich ein ums andere Mal in Lebensgefahr brachten. Wie ein Film, den ich nie gesehen hatte und der mir doch bekannt vorkam, als ob ich ihn gar selbst erlebt hatte, ein ums andere Mal.</p>
<p>Eine weitere Attraktion würde es am Wochenende in unserem Ort Menton geben: Das Zitronenfest. Das mag zunächst romantisch klingen&#8230; Aber weit gefehlt! Menschenmassen wurden mit Bussen angekarrt, um Tausende, Millionen und Abermillionen Zitronen und Orangen zu bestaunen, die zu riesenhaften Skulpturen verarbeitet wurden. Diese Enge und der Lärm machen mich fertig, zum Glück ging es meinen Gastgebern ähnlich, so dass wir nur einen kurzen Abstecher machten und uns auf dem Rückweg an der Strandpromenade wieder entspannten. Auch wenn mich das diesjährige Motto direkt ansprach: Merveille Du Vivant. Wunder des Lebens, vielleicht könnte man auch Wunder der Natur sagen.</p>
<p>Am Tag der Abfahrt gab es einen letzten Ausflug nach Saint Paul de Vence, ein Künstlerdorf in der Nähe von Nizza, um mich später gleich am Flughafen absetzen zu können. Enge Gassen von alten Gemäuern, die hübsch aufbereitet waren mit vielen Ateliers und Verkaufsräumen, und dann waren da wieder diese Ansichten und Ausblicke. Diesmal war es ein weiter Blick über flache Hügel mit Häusern und ganz hinten, am Ende des Horizonts, die weißen Spitzen einiger Berge. In die andere Richtung lugte wieder das Meer hervor mit seinem Versprechen.</p>
<p>Zu meiner Erzählung gehört ebenso, dass es Stürme und Überschwemmungen nicht weit von Menton gab, zur Zeit meines Besuchs. Als ich bei einer Freundin meiner Gastgeber nachfragte, sagte sie, dass sie sich große Sorgen mache, weil sie spürbar merkte, wie der Meeresspiegel in den letzten Jahren gestiegen sei. Ich war an dem Morgen der Sturmwarnung am Strand und habe gesehen, wie die Wellen gegen die Uferbefestigung schlugen. Wie können wir so konsequent, die Größe der Natur ignorieren und die Veränderungen ausblenden? Warum weigern wir uns, die Zeichen zu lesen und ziehen uns nicht in Demut zurück? Wie kann es gelingen, uns von diesem überheblichen Glauben zu befreien, über allem zu stehen? Diese Gedanken kommen und gehen, wie der Wellengang. Sie bleiben mit dem Anblick des großen weiten Meeres, der Berge, des Himmels&#8230; in tiefer Ehrfurcht und Dankbarkeit für jeden Atemzug.</p>
<p>Mir ist noch etwas klar geworden, dass besondere Aufmerksamkeit verdient: Auch, wenn ich bisher keine Förderungen, Auszeichnungen oder Preise erhalten habe für mein künstlerisches Schaffen und – immer weniger – aber sich in den letzten Jahren doch ein tieferer Schmerz deshalb in mir festgesessen hat&#8230; wird mir klar, dass mein Weg sehr wohl Förderinnen und Förderer hat. Es sind Leute, wie meine Freundin Trixi und ihr Mann Andi, die mich eingeladen haben, als Freundin, als Künstlerin. Sie haben es mir ermöglicht, diese inspirierende Woche fernab des Alltags erleben zu dürfen. Ich danke euch von Herzen!</p>
<p>Jetzt ist alles weg und vorbei. Ich stecke wieder fest mit beiden Beinen im Berliner Grau, und mir fällt es schwer, ausführlich zu antworten, wenn ich nach meiner Reise gefragt werde, weil mich hier andere Dinge beschäftigen. Den Text habe ich in weiser Voraussicht schon während des Urlaubs angefangen zu schreiben, als das Geschehen noch Teil von mir war. Und trotzdem steckt noch etwas in mir. Ich glaube, ich habe ein paar südfranzösische Sonnenstrahlen verschluckt und die glühen und strahlen nach.</p>
<p>Dazu spielt: Im Freibad</p>
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		<title>Zwischen West und Ost</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/zwischen-west-und-ost/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Feb 2026 15:45:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn ich außerhalb von Berlin unterwegs bin, dann beschränkt sich das in der Regel aufs Umland&#8230; Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt&#8230; vielleicht mal Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Ihr seht schon, alles ostdeutsche Bundesländer! Das hat vor allem mit der Entfernung zu tun, die großen Städte warten ja nicht direkt &#8222;hinter der Grenze&#8220; auf mich, sondern ich muss ein [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich außerhalb von Berlin unterwegs bin, dann beschränkt sich das in der Regel aufs Umland&#8230; Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt&#8230; vielleicht mal Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Ihr seht schon, alles ostdeutsche Bundesländer!</p>
<p>Das hat vor allem mit der Entfernung zu tun, die großen Städte warten ja nicht direkt &#8222;hinter der Grenze&#8220; auf mich, sondern ich muss ein ganzes Stück fahren. Das heißt, ich kann dann nicht einfach abends kurzfristig nach Hause, wie ich es gern mache, sondern brauche eine Übernachtungsmöglichkeit. Außerdem sollten es dann mehrere aneinandergereihte Termine sein, was sich allgemein hin auch „Tour“ nennt, damit sich das ganze lohnt&#8230; Diese Orga-Tätigkeit ist nicht meine Stärke&#8230; Zuletzt habe ich festgestellt, dass mich Aufenthalte in Unterkünften und Hotels nicht begeistern. Ich brauche kein Betthupferl auf dem Kissen des anonymen Hotel-Betts, sondern schätze ein ausgiebiges Gespräch mit meinen Gastgebern vor dem Schlafengehen&#8230;</p>
<p>Gemäß diesen Prämissen war ich dann entsprechend stolz, eine kleine „Tour“ zusammengestellt zu haben, die allen meinen Anforderungen gerecht werden konnte. Ausgehend von einem sicheren Hafen &#8211; dem <a href="https://www.cafe-libre-berlin.de/">Café Libre</a> in Höhr-Grenzhausen, wo ich bereits einmal zu Gast war und wusste, dass das dufte wird, sowie einem ebenso angenehmen Spielort in Chemnitz – dem <a href="https://www.inspire-chemnitz.de/">Inspire</a>, habe ich noch das Wochenende davor in Bonn mit einem Besuch bei einer Freundin kombiniert. Dort habe ich für abends zwei neue Spielgelegenheiten zum Testen ausgemacht, das <a href="https://www.instagram.com/banksvanliz/">Banks van Liz</a> in Bonn und in Köln habe ich einen Gig in der A&amp;O-Hostel-Lounge von einem Musiker vermittelt bekommen.</p>
<p>Für die Hinfahrt am Freitag nach Bonn hatte ich mir außerdem noch eine Zwischenstation vorgenommen: Hannover! um einen Freund, der dort in der Gegend wohnt wiederzusehen. Wir hatten vorher geschaut, was nahe an der Autobahn liegt und für ihn gut erreichbar wäre, so wollte ich die Mittagspause gleich nutzen. Empfehlung geht raus für dem Snack-Factory direkt an der Station Langenhagen Mitte, wir hatten eine gute Zeit! Die Weiterfahrt nach Bonn war mühsamer mit einigen Staus, aber es hat alles gut geklappt!</p>
<p>Kurz ankommen, meine Freundin einladen und dann ging es gleich weiter zum ersten Spielort nach Bonn in die Innenstadt. Ich hatte schon so ein Gefühl&#8230; also, wusste dass das Ganze ein kleines Abenteuer wird, da ich den Termin recht kurzfristig ausgemacht hatte, kaum Zeit für Werbung war, und auch die Gastgeberin ziemlich viel um die Ohren hatte. Aber Liz sagte: Wir machen das auf jeden Fall :-D Wir kamen an und da stand auf dem Plakat der 31.1., es war aber Freitag der 30.1. Kein Problem, das wurde vor Ort gleich geändert und auf Instagram hatte sie auch den richtigen Termin kommuniziert. Dann kam ein junger Mann rein, der meinte, dass er heute dort spielen würde&#8230; Haha, wir haben uns geeinigt und anschließend habe ich ein kleines Set gespielt, in dieser freundlichen, kreativen Bar. Meine Freundin und ich hatten eine gute Zeit!</p>
<p>Am Samstag verbrachte ich einen schönen Tag in Bonn und spielte abends die Lounge-Musik. Sowas habe ich schon ab und an gemacht und schaue dann immer, ob ich ein oder zwei Gesichter greifen kann, sonst ziehe ich mich in mich zurück und spiele mein Programm runter.</p>
<p>Auf Höhr-Grenzhausen habe ich mich dann wieder sehr gefreut, weil ich beim ersten Mal dort im Dezember 2024 bereits einen ganz wunderbaren Konzertnachmittag verbringen durfte. Mein zweites Mal war auch ganz bezaubernd! Im Nachgang saß ich mit einigen Gästen und spielte zwei Zugaben, die ich mit dem Osten verbinde und hab im Spaß gesagt, dass ich ja etwas Aufklärungsarbeit leisten müsse und mit einigen Dingen aufräumen müsste: Dass zum Beispiel &#8222;Über sieben Brücken&#8220; nicht von Peter Maffay sei, sondern von Karat. Ich ärger mich manchmal über mich, welche Stereotype ich da aus dem Hut zaubere, ohne, dass ich sie jemals selbst wirklich gefühlt hätte. Ich spiele mit Vorurteilen, die ich nicht habe und plötzlich verkörpere ich sie trotzdem&#8230; Am nächsten Tag gab es dann noch ein ausgiebiges Frühstück mit Susi und Fernando vom Café Libre. Das war sehr bereichernd &#8211; Menschen zu begegnen, die das Herz am richtigen Fleck haben und die Normen hinterfragen und sozial sind. Das mag ich einfach und ich denke dann: Wenn es ja anscheinend doch nicht so wenige Menschen gibt, die die Welt in diesem Sinne besser machen, dann besteht doch Hoffnung für unser Miteinander und unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt!</p>
<p>Krönender Abschluss fand dann im Osten statt, in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt. Das war richtig cool! Ich war gelöst, weil ich nach diesen Reisetagen mit dem Live-Spielen, viel unter Menschen sein, auch leicht drüber war. Aber erstens sind Gäste erschienen trotz ÖPNV-Streiks, zweitens ist das Inspire echt besonders, weil dort viel Engagement von verschiedenen Leuten zusammenkommt und es ein Ort ist, wo Mensch sein darf. Drittens mochte das Publikum meinen Humor und wir hatten eine gute, unterhaltsame Zeit!</p>
<p>Leute, vier intensive Tage und es fühlt sich reich und dicht und dick an und ich war dann auch froh, wieder in meinem vertrauten Berlin angekommen zu sein. Was ich vermisse, ist die Wärme! In Bonn waren es 6 Grad, in Höhr-Grenzhausen immerhin noch 3 oder 4. Chemnitz bot dann einen winterlichen Vorgeschmack. Jetzt grüße ich euch, warm verpackt aus meiner Altbau-Wohnung mit Ofenheizung im eisigen Berlin.</p>
<p>Titelfoto: Anna Kroning</p>
<p>Dazu spielt &#8222;Sail Along&#8220;</p>
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		<title>Erleichterung und Mut</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/erleichterung-und-mut/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 29 Dec 2025 18:01:49 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wenn ich auf das Jahr 2025 schaue, dann kann ich für mich persönlich, und auch beruflich sagen, dass es ein erleichterndes und gleichzeitig erfüllendes Jahr war. Erleichternd deshalb, weil ich besonders in den letzten Jahren immer mehr eine Schwere gespürt habe. Ich weiß gar nicht, ob das der Lauf der Dinge ist, alle Ähnliches erleben [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich auf das Jahr 2025 schaue, dann kann ich für mich persönlich, und auch beruflich sagen, dass es ein erleichterndes und gleichzeitig erfüllendes Jahr war.</p>
<p>Erleichternd deshalb, weil ich besonders in den letzten Jahren immer mehr eine Schwere gespürt habe. Ich weiß gar nicht, ob das der Lauf der Dinge ist, alle Ähnliches erleben und fühlen in einem bestimmten Alter oder einer bestimmten Lebensphase und wir nur zu wenig drüber sprechen. Bei mir, so vermute ich, hatte es damit zu tun, dass ich wohl immer noch verinnerlicht hatte, eine Partnerschaft einzugehen und eine Familie zu gründen. Aber das blieb aus. Mir einen Kinderwunsch zu erfüllen, dazu ist es wohl inzwischen zu spät und ich merke, wie mein Körper sich langsam verändert. Besonders mit einer Gewichtszunahme hatte ich in diesem Jahr zu kämpfen, und das hat mich traurig gemacht. Es fühlt sich ein bisschen wie der Abschied von der Jugend und Fruchtbarkeit an, auch wenn ich gleichzeitig eine innere Schönheit und Größe in mir wachsen spüre und eine geistige Frische und Fruchtbarkeit erleben darf. Die Kilos habe ich langsam wieder unter Kontrolle, auch wenn mein Körper von früher wohl für immer der Vergangenheit angehören wird. Seufz&#8230;</p>
<p>Es ist verrückt, wenn ich mich momentan auf Fotos von damals anschaue, sagen wir – Fotos der letzten fünf Jahre – sehe ich mich an und denke – Mensch, wie ungesund ich aussehe, weil es mir rückblickend in den letzten Jahren seelisch nicht gut ging und es echt hart war, auszuhalten, dass mein Leben diesen Weg nimmt, den es nimmt: Unabhängig, überall zu Hause, aber eben allein. Und es ist ja kein Zwang, ich weiß, dass ich mich immer auch anders entscheiden darf. Ich habe wieder und wieder die Alternativen geprüft, und gemerkt, dass ich mich auf dem richtigen Pfad befinde. Na toll&#8230;</p>
<p>Ich musste viel stärker schauen, wo ich Halt finden kann, damit ich nicht untergehe. Denn manchmal hat es sich angefühlt wie Schwimmen auf hoher See ohne Ufer in Sicht. Eine Stimme in mir hat gesagt: Finde den Halt, den du brauchst, damit du weiterhin ein gutes Leben führen kannst. Und so habe ich mich stärker auf meine Familie und meine Freundschaften fokussiert, weg von der ewigen Suche nach dem Versprechen aus den Märchen – wenn du erstmal den Prinzen hast, wird alles gut. Ich habe den Blick nach innen gerichtet, um mein eigener Prinz zu sein und das vermeintliche Loch selbst gestopft. Die Einsicht liegt nahe, dass niemand auf dem Pferd geritten kommt, sondern Männer auch nur Menschen sind, mit vielen Themen und Problemen, um die sie sich am besten mal kümmern sollten. Dann schauen wir gerne weiter.</p>
<p>Yoga&#8230; habe ich außerdem für mich entdeckt, etwas, was ich mir vor einigen Jahren niemals vorstellen konnte – zu esoterisch, zu modisch. Inzwischen denke ich, warum nicht mit der Zeit gehen, zumal es sich super anfühlt! Ich gehe meistens direkt in ein Studio, da bin ich auch gleich unter Menschen. Dadurch hat sich mir eine neue schöne Welt eröffnet. Es ist eine neue Art mit mir zu sein und bei mir anzukommen und vor allem: Ich halte mich fit und beweglich. Da bin ich ein bisschen stolz drauf, dass ich das so konsequent in meinen Alltag eingebunden habe. Inzwischen kommt Tanzen dazu, zu einer Uhrzeit, die ich von nachts aus den Clubs, in den Feierabend zu Kursen verschoben habe.</p>
<p>Ich konnte einige Dinge loslassen. Schuld und Reue sind von mir abgefallen. Wie oft habe ich früher gedacht: Hättest du anders reagiert, dich anders verhalten, wärst du jetzt da oder dort mit der einen oder jener Person. Auch Fantasien, über endlose Großzügigkeit sind passé: Ich dachte immer, wenn ich einem anderen Menschen einmal nähergekommen bin, werde ich diesem Menschen für immer nahe bleiben, egal, was kommt. Aber ich habe zugelassen, dass auch ich mich zurückziehen darf, wenn mir das Verhalten einer anderen Person nicht guttut und wir nicht darüber sprechen können. Dass ich selbst entscheiden kann, mit welchen Menschen ich Nähe teile und mit welchen nicht. Das ist so eine große Erleichterung, wie eine Last, die mir genommen wurde. Ich reise mit leichtem Gepäck.</p>
<p>Diese Veränderungen spiegeln sich auch beruflich wider. In meinem Gesangscoaching habe ich nun viel mehr Coachis, mit denen ich absolut auf einer Wellenlänge bin. Und es entwickeln sich zum Teil schöne Freundschaften daraus. Das ist kein Muss, aber es ist ein schönes Gefühl, wenn es menschelt und der Unterricht nicht kühl von statten geht. Singen ist immer auch einlassen und ein Prozess, das Innere mit der Außenwelt in Kontakt kommen zu lassen.</p>
<p>Es ergeben sich neue Kooperationen, wie zum Beispiel die mit dem Gitarristen Ben Aschenbach, mit dem ich ein Duo gegründet habe. Wir nennen es „Simone &amp; Gefunkel“ und wollen es im nächsten Jahr gern etablieren. Ich spiele inzwischen mehr Konzerte, bei denen das Geldverdienen und Singen im Vordergrund steht, was heißt, dass ich ein paar mehr Cover-Songs in mein Programm aufgenommen habe, die ich zu bestimmten Anlässen darbieten kann, wie zu Feiern oder Live-Musik zum Dinner.</p>
<p>Trotzdem gab und gibt es immer wieder wahnsinnig schöne Momente, in denen ich meine ganz persönlichen Songs mit anderen Menschen teilen darf, wie während des Konzerts in meiner Heimat Horka im September. Oder, erst gestern wurde ich wieder belohnt – mit offenen Ohren und Herzen – während meines Auftritts bei der Offenen Bühne in Templin.</p>
<p>Diese Bühnen möchte ich gern erweitern und arbeite neben neuer Musik, die bald veröffentlicht wird, an ansprechenden Social-Media-Auftritten, um ein breiteres Publikum anzusprechen. Dafür arbeite ich mit Menschen zusammen, die sich damit auskennen und mich coachen. Es ist ein ganz neues Feld und viel Arbeit&#8230; und Überwindung. Erste Begegnungen mit mir und der Kamera zeigen, dass es mir Spaß macht und ich sammle Mut, um ins Machen zu kommen.</p>
<p>Zum Abschluss möchte ich den Blick aufs Große Ganze richten: Ich bewege mich in dieser Welt und nehme die aktuellen Herausforderungen wahr. Ich bekomme den Eindruck – wenn ich der medialen Berichterstattung folge – wie es sich eher zuspitzt als entspannt, weil auf den großen Bühnen dieser Welt, kein Mut und Impulse zu wirklicher Veränderung unternommen werden. Im Kleinen habe ich einen anderen Eindruck. Ich kenne viele Menschen, die Mut haben und eine Bereitschaft für Veränderung, für ein soziales und solidarisches Miteinander, für eine Gesellschaft, die nicht nur in Zahlen denkt. Ich bin mir sicher, es gibt viele weitere Menschen, Initiativen, Ströme und Bewegungen, die einen konstruktiven, visionären Ansatz verfolgen, selbst wenn wir in einer Berichterstattung bisher noch nicht genug darüber erfahren. Das darf sich gern ändern und ich möchte Teil einer kritischen Masse sein, die Veränderung bewirken kann.</p>
<p>Auf ein beherztes, gesundes und liebevolles 2026!</p>
<p>Titelfoto: Peter Pollmanns</p>
<p>Dazu spielt:</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Empathie für alle</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/empathie-fuer-alle-ueber-eine-weibliche-staerke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 16:36:52 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Ich finde, wir reden viel zu wenig über weibliche Stärken. Es sind Stärken, die helfen, Gesellschaften zusammenzuhalten und zueinander zu bringen. Eine dieser Stärken ist Empathie: unser Einfühlungsvermögen oder die Gabe, sich in andere hineinzuversetzen. Das schließt ein, zu respektieren, dass andere Menschen Erfahrungen gemacht haben, die ich nicht nachempfinden kann, weil ich sie selbst [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde, wir reden viel zu wenig über weibliche Stärken. Es sind Stärken, die helfen, Gesellschaften zusammenzuhalten und zueinander zu bringen. Eine dieser Stärken ist Empathie: unser Einfühlungsvermögen oder die Gabe, sich in andere hineinzuversetzen. Das schließt ein, zu respektieren, dass andere Menschen Erfahrungen gemacht haben, die ich nicht nachempfinden kann, weil ich sie selbst nicht gemacht habe. Der letzte Punkt ist mir erst vor kurzem klargeworden im Zuge der Debatten um Geschlechteridentitäten und Rassismus.</p>
<p>Wenn ich schreibe, dass ich Empathie als weibliche Stärke begreife, schließt es nicht aus, dass Männer diese besitzen und dass es Frauen gibt, die empathielos sind. Ich glaube, das hat viel damit zu tun, wie wir aufgewachsen sind und in meiner Kindheit haben nur die Frauen in unserer Familie – getröstet, versorgt, umsorgt, Emotionalität gezeigt. Ich nehme es wahr in Gesprächen, dass Männer, jedenfalls in meinem Alter oder älter, weit weniger Berührungspunkte oder Umgang mit ihren eigenen Emotionen haben, geschweige denn, mit ihnen bewusst arbeiten.</p>
<p>In der konsumorientierten Gesellschaft werden weibliche Stärken bisher kaum thematisiert. Sie sind nicht käuflich und fallen auch aus dem Selbstoptimierungswahn raus. So lese ich bei meinen unregelmäßigen Instagram-Besuchen häufig von &#8222;Selbstliebe&#8220; und dass ich mich abgrenzen soll von anderen. Selten steht da was, wie wir verantwortungsvoll innerhalb unserer Gemeinschaft leben können in einer Balance von Mitgefühl uns selbst gegenüber und gegenüber anderen.</p>
<p>Und mir fehlt eine solche Empathie auch in aktuellen Debatten.</p>
<p>Erst kürzlich ist mir das aufgefallen, als es um Thilo Mischke ging, der als neuer Moderator des Kulturmagazins ttt der ARD angekündigt wurde. Ich habe dieses Magazin bisher nicht geschaut und bin an diese Schlagzeile zufällig geraten: Eine Freundin hatte mir einen Artikel geschickt, in dem diese Personalentscheidung scharf kritisiert wurde, dann habe ich mir den Podcast zu dem Thema von &#8222;Feminist Shelf Control&#8220; reingezogen und vor ein paar Tagen habe ich durch die Kommentarspalten unter dem Instagram-Post von ttt gescrollt, in dem die Redaktion um Zeit bittet, sich mit der Kritik auseinanderzusetzen und die Vorwürfe zu prüfen.</p>
<p>Die Vorwürfe wurden anhand einer früheren Buchveröffentlichung von Mischke und Interview-Aussagen aus der Vergangenheit gemacht. Was in der Diskussion daraus gemacht wurde, fand ich schon heftig. Ich finde, dieser Mensch kann gern kritisiert werden und es sieht so aus, als ob er Nachhole-Bedarf in Sachen Empathie hat, und bisher anscheinend wenig mit aufgeklärten Gesprächspartnern zu tun hatte. Aber ihn so krass an die Wand zu stellen? Was gibt Personen das Recht, so über eine andere Person zu urteilen, die sie nicht mal persönlich kennen? Ich habe eher das Gefühl, da wird ein Exempel statuiert und jeglicher Frust bezüglich bestehender Machtverhältnisse auf diese Person bzw. diese Personalfrage projiziert.</p>
<p>Diese Personalentscheidung wurde inzwischen revidiert, aufgrund dieses öffentlichen Drucks. Mich hat das schon ziemlich beschäftigt und ich habe mir den Interview-Podcast &#8222;Hotel Matze&#8220; angehört, in dem Thilo Mischke Ende Oktober zu Gast war. Darin spricht er darüber, dass er aktuell eine Therapie macht und warum. Es ging nicht explizit um Geschlechterverhältnisse, aber er drückt sich darin respektvoll aus auch anderen Geschlechtern und Einstellungen gegenüber. Warum ihm keine Chance geben? Sowas ist mir lieber als verlogene Entschuldigungen, die in dem Zusammenhang immer wieder gefordert werden. Es wird meiner Meinung nach viel zu viel darauf gegeben, dass die Form stimmt. Dass sehr viele Menschen in ihrem Inneren längst nicht tradierte Rollenklischees hinter sich gelassen haben und es ein langer Entwicklungsprozess ist, dieses Thema anzugehen, wird dabei vollkommen ausgeblendet. Und überhaupt sind und bleiben Geschlechterverhältnisse komplex, weil es immer auch ein individuelles Aushandeln ist, wie wir miteinander umgehen wollen.</p>
<p>Genauso wurde die Redaktion sehr stark angegriffen, die diese Entscheidung getroffen hat, in dem bereits erwähnten Post auf Instagram. Dort wurde forsch kommentiert, wann jetzt mal endlich die Entscheidung zurückgenommen würde. Es war schließlich Weihnachten und Neujahr, da möchten doch auch alle eine kleine Auszeit, und Entscheidungen im Druck und ohne Innehalten zu treffen? Nun ja, meine Welt ist das nicht. Ich hätte gut gefunden, einen Gesprächstermin mit Thilo Mischke vorzuschlagen, und darin mit ihm die Kritik zu besprechen, zum Beispiel. Oder wie wäre ein Moderatoren-Doppel für das Kulturmagazin, mit einer anderen Person, die den Ansprüchen des Hochkultur-Publikums genügt? Das wäre doch mal ein interessantes Angebot.</p>
<p>Warum geben wir uns nicht den Raum, uns miteinander zu entwickeln und zu wachsen?</p>
<p>Ich habe in der Vergangenheit auch an mir bemerkt, wie ich ziemlich scharf auf Themen reagiere, wenn ein Mann beispielsweise sagt, so sind Frauen und das können die halt nicht. Merke aber gleichzeitig, dass dieser scharfe Ton, diese Selbstverständlichkeit, die ich in einigen Punkten habe, für andere anders ist, sich anders darstellt. Und auch wenn ich mir, mir gegenüber, eine Sensibilität wünsche und denke, dass ich doch jetzt lang genug Geduld hatte mit anderen und ich ebenso eine Geduld verdiene&#8230; führt meine Wut, jedenfalls an so einer Stelle, nirgendwo hin. Ansonsten bin ich eine Freundin des Nachfragens und natürlich, meine Meinung gegenüber anderen zu vertreten. Dafür muss ich aber nicht selbst beleidigend werden.</p>
<p>Mit einem Freund hatte ich lange so ein Thema, wir kamen nicht zusammen. Ich fühlte mich von ihm ständig provoziert und er fühlte sich nicht gesehen, wenn wir über die Geschlechterdebatte sprachen. Also, ich glaube, es gibt viele Männer, die von sich sagen, dass sie tolerant sind und keine Ansprüche stellen und in dieser ganzen Debatte um Geschlechtervielfalt keinen Platz sehen für sich, wie ich es bei meinem Freund empfand. Der Dis-Mann oder so. Da musste ich mir einmal Zeit nehmen, ihm wirklich zuhören, ihn ernst nehmen und ihn bestärken, sich unbedingt weiter einzubringen und dass er weiterhin gefragt ist. Natürlich. Ich hoffe, das uns das auch in Zukunft näher bringen kann.</p>
<p>Ein Kommentar unter dem weiter oben erwähnten ttt-Post über die Personalie Mischke hat mich angesprochen: <em>Warum dieser Hass?</em> (der Post und damit alle Kommentare wurde inzwischen gelöscht, daher kann ich ihn hier nur sinngemäß wiedergeben.) Genau dachte ich, Hass bringt uns nicht weiter, egal auf welcher Seite wir stehen.</p>
<p>Dazu spielt: Zeit für Zärtlichkeit</p>
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		<title>Kein Ausrasten, ein Einrasten</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/kein-ausrasten-ein-einrasten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2024 20:36:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Da ich von Vielen noch gefragt wurde, wie es denn war, möchte ich an dieser Stelle bebilderten Eindrücken noch Worte folgen lassen. Ich bin ja oft schon vorher erschöpft. Beziehungsweise wusste ich, dass dieser Tag anstrengend werden wird und nach einigen Überlegungen, wie ich da gut durchkomme, habe ich entschieden, mich darauf einzulassen im Angesicht [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Da ich von Vielen noch gefragt wurde, wie es denn war, möchte ich an dieser Stelle bebilderten Eindrücken noch Worte folgen lassen.</p>
<p>Ich bin ja oft schon vorher erschöpft. Beziehungsweise wusste ich, dass dieser Tag anstrengend werden wird und nach einigen Überlegungen, wie ich da gut durchkomme, habe ich entschieden, mich darauf einzulassen im Angesicht der Fülle. Größte Herausforderung war wohl, dass wir mit der Band am Mittag des Konzerttages unsere Generalprobe hatten.</p>
<p>Zum Glück hatte ich einen entspannten Morgen. Außerdem weiß ich inzwischen, was ich wann, wie vorbereiten muss. Es ist eine Routine. Einen Downer gab es auf der Autofahrt zur Premieren-Probe. In meiner Wohngegend reiht sich gerade Baustelle an Baustelle, so dass ich über eine Nebenstraße gefahren bin und wurde geblitzt in einem 30er Bereich. Die erste 30 hatte ich gesehen und berücksichtigt, die andere anscheinend nicht. Und als ich von der Polizei reingewunken wurde, wusste ich sofort, was mir blüht. Ein Polizist, People of Colour, sprach sehr geduldig auf mich ein, belehrte mich. Bla, bla&#8230; so viel Zeit und Geduld hatte ich nicht, aber wusste, dass ich mir sie nehmen musste. Ich habe gleich zugegeben, dass mir das zu spät aufgefallen war: 30er Schild, Polizisten am Wegesrand mit Mess-Apparat und willigte ein, das Bußgeld gleich zu zahlen. Warum dann ein weiterer Polizist, typisch deutsch, und viel weniger geduldig, sich noch dazu gesellte und mir auch noch nahe legte, sich bzw. mich zu informieren, ob ich nicht bald einen neuen Führerschein brauchen würde, als er meinen rosafarbenden &#8222;Lappen&#8220; sah, verstand ich nicht. &#8222;Nein danke, Sie müssen jetzt nicht schauen, wieviel Zeit ich noch habe, einen neuen Führerschein zu beantragen.&#8220; sagte ich. &#8222;Ist schnell gemacht, kann ich machen.&#8220; sagte der. &#8222;Nein, Danke, wiederholte ich, dafür habe ich gerade keinen Sinn&#8220;, widerstand ich seinem Drängen.</p>
<p>Erledigt, weiter geht’s, jetzt nicht das Schicksal bemühen, keine bösen Vorboten sehen. Passiert. Einige Minuten zu spät kam ich zu unserer Bandprobe. Die Jungs standen schon an ihren Instrumenten bereit und wir haben losgelegt. Mensch, wie gut diese Probe noch zu haben. Sich erst einmal wieder zu finden, musikalisch. Jan am Schlagzeug ist ein Neuzugang. Sich aufeinander einlassen und eingrooven. Da war ich am Anfang nicht sicher, ob das passen wird. Wir hatten zwei Proben, aber das war einen Monat her. Es war eine intensive Probe. Es wurden noch einige Sachen umarrangiert, aber wir haben uns auch aufeinander eingestellt. Gut so! Es dauerte länger als geplant, also nicht mehr groß ausruhen und sich innerlich einstellen. Der Tag war außerdem unerwartet heiß. Ich hatte eindeutig zu viel an.</p>
<p>Im Backstage habe ich dann auch überlegt, barfuss aufzutreten. Die Jungs habe ich über die Strumpfhosen-Optionen gefragt, aber was kann frau da erwarten :-) Sie haben sich gut geschlagen. Die Beine blieben bestrumpft.</p>
<p>Nach dem Soundcheck trudelten langsam die Gäste ein, meine Familie samt Anhang waren die Ersten. Schön, dass sie da waren. Wer kommt noch? Ach da, ein bekanntes Gesicht und dort ein weiteres. Ich nahm mir Zeit jeden einzeln zu begrüßen. Wie sehr genieße ich es, vertraute Gesichter zu sehen, einige Überraschungen gab es auch. Der Raum füllte sich.</p>
<p>Kurz nach Acht begann die Show und der Raum wurde immer voller. Am Maschinenhaus mag ich, dass der Raum offen ist. Es stören keine Säulen. Der Raum ist klar. Die ersten beiden Reihen waren bestuhlt, dahinter gab es Stehtische mit Hockern und ansonsten die Gelegenheit, sich im Raum aufzustellen oder irgendwie einen Platz zu finden. Eine sehr schöne Perspektive von der Bühne aus. Schon von Anfang an hat die Menge gegrölt, viel zu laut für 70 Personen. Alle da, alle zugewandt, unglaublich dabei.</p>
<p>Der Sound war richtig schön und auch vom Licht her, hat die Tontechnikerin gut reagiert und so wurde diese besondere Stimmung noch unterstützt. Angekommen mit diesen wunderbaren Menschen, die mir an den Lippen klebten und gemeinsam mit mir diesen Abend genossen.</p>
<p>„Es war jetzt kein Konzert zum Ausrasten“ hat mir vorgestern ein Freund auf der Straße gesagt, den ich zufällig getroffen habe, in Rückschau auf den Abend. Aber zum „Einrasten“ sprachen wir wie aus einem Mund und lachten. Ja, zum Einrasten lade ich immer gerne ein. Es gab unglaublich schönes Feedback, am Abend selbst und im Nachgang viele dankende, positive Rückmeldungen. Danke.</p>
<p>Klaus Böttcher hat das Ganze mitgeschnitten, schaut und hört gern rein, fühlt in die Energie:</p>
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		<title>Die Jules Verne von Berlin</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/die-jules-verne-von-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Aug 2024 19:36:29 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wo hört eine Reise auf. Ist es schon der Gedanke an das Wiederheimkommen, auf dem Weg zum Reiseziel, der das Ende einleitet? Wie die Geburt eines Menschen zugleich sein Vergehen besiegelt? Die Neugier wuchs, was sie mit einem machen wird, wie sie einen verändern kann&#8230; diese ganz neue Erfahrung. Eine Reise in der Reise sozusagen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wo hört eine Reise auf. Ist es schon der Gedanke an das Wiederheimkommen, auf dem Weg zum Reiseziel, der das Ende einleitet? Wie die Geburt eines Menschen zugleich sein Vergehen besiegelt? Die Neugier wuchs, was sie mit einem machen wird, wie sie einen verändern kann&#8230; diese ganz neue Erfahrung. Eine Reise in der Reise sozusagen. Eine Geburt mitten in der Lebensmitte.</p>
<p>Seit Tagen lagen diverse Kleidungsstücke und Schuhwerk, Bücher, Cremes, Tuben, Beutelchen&#8230; verteilt in meiner Wohnung, die ich betrachtete, begutachtete, bewertete, ob sie essenziell für meine Reise nach Frankreich wären. Sechs ganze Tage! Was für die einen ein läppischer Kurztrip ist, waren für mich die Vorbereitungen für &#8218;Die Reise zum Mittelpunkt der Erde&#8216;.</p>
<p>Ich hatte zum Glück hilfsbereite Freunde, die mir Reisetipps gaben, diverse Flughafenutensilien ausliehen sowie Gewohnheiten von Land und Leuten nahebrachten. Sie blühten richtig auf, während sie mich liebevoll belehrten. &#8218;Das erinnert mich total an meine erste Reise allein in die Provence mit 17! Schwelgte eine Freundin. Da hab ich Jerome kennengelernt. Ach, Jerome. Was der wohl heute macht und ob der immer noch dieses umwerfende Lächeln hat&#8230; Da brauchte ich jedenfalls kaum Französisch, um mich zu verständigen! Haha&#8230; Ach, und kein schlechtes Gewissen, weil du fliegst. Ist doch gut, dass du mal rauskommst aus dem Berliner Muff. Gönn dir!&#8216; kommentierte sie weiter.</p>
<p>Bereits auf dem Flughafengelände eröffnete sich für mich eine neue Welt. Aber ich beschloss souverän damit umzugehen, nicht wie vor ein paar Jahren bei IKEA. Ich war dort mit einer Freundin und sie bat mich, für uns Hotdog zu bestellen, während sie BILLY, ALEX und ÅRSTID ins Auto lud. Zwei Hotdog bitte! Als die Verkäuferin mir das Würstchen im Trocken-Brot hinhielt, schaute ich sie verständnislos an. &#8218;Äh, können Sie mir das noch belegen?&#8216; fügte ich unsicher hinzu. Die Schlange hinter mir brach lauthals in Gelächter aus. Die Verkäuferin biss sich auf die Lippen und sagte in einem motivierenden Ton &#8218;Dein erstes Mal?!&#8216; Die Menge hinter mir brüllte erneut auf. Mit einer Handbewegung deutete sie schließlich auf die Selbstbedienungs-Hotdog-Beilagen-Auslage rechts vor der Theke.</p>
<p>Am Flughafen wollte ich derlei aufsehen-erregenden Reaktionen zuvorkommen und outete mich sofort: &#8218;Entschuldigung, bin neu hier, wo geht&#8217;s zum Flughafen?&#8216;, &#8218;Entschuldigung, bin neu hier, wie komm ich durch das Absperrband?&#8216;, &#8218;Entschuldigung, bin neu hier, warum ist der Kaffee so teuer?&#8216;, &#8218;Entschuldigung, bin neu hier, wovor kann der Sitzgurt im Falle eines Flugzeugabsturzes schützen?&#8216;</p>
<p>Dass die Realität anders ist als die Imagination wusste ich bereits. Trotzdem überrascht es mich jedes Mal aufs Neue. Das Zimmer war winzig und: &#8218;Noch nicht fertig&#8216;, entschuldigte sich mein Gastgeber. Philippe und seine Frau waren schon länger getrennt, aber erst vor zwei Monaten war sie ausgezogen. Philippe hatte große Renovierungspläne und mich im Zimmer der Möglichkeiten untergebracht, zusammen mit Kartons, Farbeimern und -rollen. Daneben war ein flaches Klappsofa als Schlafplatz aufgestellt für mich. Ich warf meine Sachen ab und stellte mich der Realität.</p>
<p>Ich hatte keine Intention, mein Besuch war unbefangen, oder nicht, oder doch, oder nicht. Ich hatte mich schließlich für: Mein Besuch ist unbefangen, entschieden. Er war spontan und doch geplant. Im letzten Jahr hatte ich Philippe zwei Nächte in meiner Wohnung untergebracht, weil mich ein gemeinsamer Freund darum bat. Wir hatten uns auf Anhieb gut verstanden, so dass ein Besuch bei ihm in Nantes keine fixe Idee blieb.</p>
<p>Französisch brauchte ich nicht, um mich zu verständigen, aber Englisch. Es war schnell klar, dass wir die Wortebene ausreizen würden, nicht wie meine Freundin damals mit Jerome. Tatsächlich redeten wir die meiste Zeit und wenn wir nicht redeten, schwiegen wir. Bis einem wieder etwas einfiel oder die andere entschied, dass jener eingefangene Gedanke geeignet wäre, ausgesprochen zu werden. Es war ein Austausch über die wichtigen Banalitäten des Alltags, über Missverständnisse und Ärger, den man mit anderen Menschen haben kann. Wir sprachen über unsere Lieblingsfilme und über Musik.</p>
<p>Außerdem machten wir lange Ausflüge. Eine Fahrradtour einen Tag nach meiner Ankunft entlang des großen Flusses stadtauswärts. Rechts die Loire, links die frischen, saftigen Wiesen eines Frühsommertages. Das Wasser breitete sich nach dem Regen der letzten Tage nun bis über das Ufer aus. Von unserem Aussichtspunkt, den wir nach gut einer Stunde erreichten, starrten wir eine weitere lange Weile der Strömung hinterher.</p>
<p>An einem anderen Tag fuhren wir mit dem Bus zum Meer nach Pornic etwa 80 Kilometer entfernt. Für 2 Euro 70 wohlgemerkt! Wir ließen die überfüllten Sandstrände schnell hinter uns, und liefen den Weg an einem Steilhang entlang, der nach rechts abfiel. Links bildeten weiße Villen mit hochgewachsenen Pinien ein idyllisches Panorama in der strahlenden Sonne. Wir stiegen hinab zu einem der Riffe und begutachteten das von der Ebbe freigelegte Meeresleben aus Austern, Krabben und Schnecken, schauten zu, wie es nach und nach von den Wellen eingenommen wurde. Später fanden wir einen kleinen Strand und tauchten selbst ein, in den Atlantischen Ozean.</p>
<p>Einen weiteren Tag luden wir Freunde ein. Wir. Ich begann in diesen neuen vier Wänden zu versinken, mit ihnen zu verschmelzen, was sich eingangs fremd und anders anfühlte, wurde plötzlich zu einem Leben, in dem ich mich gut zurechtfand und in dem ich mich irgendwie geborgen fühlte. Ich nahm die Gewohnheiten meines Gastgebers an und imitierte sie. Wie der Kaffee gekocht wurde, wie der Tisch abzuwischen war&#8230; Ich sah zu, wie ich mich sinnvoll einbringen konnte und bereitete einen Salat für das &#8218;Apero&#8216; mit den Freunden vor.</p>
<p>Jeden Tag fühlte ich mich stärker zu Philippe hingezogen. Kann reden geil machen? Was sollte ich damit anfangen? Philippe machte mir keine Avancen, doch die Spannung wuchs. Wir schwiegen immer länger, bis tief in die Nächte hinein, so dass sich meine unausgesprochene Gedankenwelt mit der äußeren Welt zu vermischen drohte und ich fürchtete, dass mein Gedanken-Ich von mir Besitz ergreifen würde, um sich unverhohlen zu nehmen, was es begehrte. Gerade noch rechtzeitig konnte ich mich mit einem &#8218;Bonne nuit&#8216; aus der Affäre ziehen. Ich wünschte, dass diese Reise bald vorbei sein würde, und gleichzeitig wünschte ich, dass sie nie enden mochte.</p>
<p>Philippe wollte mir unbedingt noch die Stadt zeigen, das war ihm ein Anliegen. Schließlich war hier der Ausgangspunkt von Fantasie und Abenteuerlust, referierte er, als wir am alten Hafen ankamen. Ein gelb gestrichener Kran bildete das Wahrzeichen von Nantes. Ein überdimensionierter Elefant lief über den Platz, wir studierten ihn von der Rampe aus, von der aus, in einem früheren Leben, vermutlich die neu gebauten Schiffe ins Wasser gelassen wurden. Um den Elefanten war ein Pulk von Menschen versammelt, der kreischend davon stob, als dieses Ungetüm aus Holz und Mechanik seinen Rüssel hob und Wasser-Fontänen warf. Etwas mehr links von der Aussicht war ein ebenso überdimensioniertes Karussell zu sehen. &#8218;Die wollen nur Geld damit machen&#8216;, winkte Phillippe ab. Denn nur abgeschirmt von den zahl-losen Gästen, konnten Besucher drinnen viele Unikate von liebevoll gestalteten Holz-Figuren des Karussells sehen. Ganz nebenbei ließ er fallen, dass Jules Verne hier geboren wäre. &#8218;Das ist kein Zufall!&#8216; &#8211; Versuchte ich meinem Gastgeber Glauben zu machen und posierte souverän für ein Erinnerungsfoto vor der Kulisse. Ich wusste längst von der eigentlichen Größe meiner Reise.</p>
<p>Es war mein letzter Tag und die Spannung zwischen uns schien sich wieder zu legen. Philippe sagte, er müsse arbeiten und so setze ich mich, wie so oft in den Tagen davor, ihm gegenüber auf das Sofa und fand im Schreiben zu mir. Das Verlangen wird verblassen, wenn ich erst wieder in Berlin ankommen sein werde, schrieb ich.</p>
<p>Das Verlangen wird verblassen, sagte ich mir, als ich abends darauf am Flughafen auf meinen Rückflug wartete. Fest entschlossen. Ich werde schließlich genug zu tun haben mit der Reise nach der Reise&#8230; Was?! Och nö!! Die Anzeige wies eine deutliche Verspätung aus. Ich würde sicher meinen Anschlussflug in Paris nach Berlin verpassen.</p>
<p>One Night in Paris? Willkommen auf meinem nächsten Trip.</p>
<p>Dazu spielt: Im Freibad (aus dem neuen Album &#8218;Baby, ich nehm dich mit&#8216;)</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Das kleine Glück</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/das-kleine-glueck/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Apr 2024 13:11:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Das große Glück, darauf kannst du lange warten. Das gibt es nicht, referierte die Malerin Armgard Röhl, bei deren Finissage ich letzten Freitag meine Lieder gespielt hatte. Es seien immer die Momente, die da wären, die Glück bedeuten, sprach sie weiter. Sie, Ende 70, sollte, nein, musste es doch wissen, nachdem ein ganzes Leben mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Das große Glück, darauf kannst du lange warten. Das gibt es nicht, referierte die Malerin Armgard Röhl, bei deren Finissage ich letzten Freitag meine Lieder gespielt hatte. Es seien immer die Momente, die da wären, die Glück bedeuten, sprach sie weiter. Sie, Ende 70, sollte, nein, musste es doch wissen, nachdem ein ganzes Leben mit dessen Erfahrungen bereits von ihr gelebt worden war.</p>
<p>Ich war sehr dankbar für ihre Worte, denn sie holten mich ab in meiner emotionalen Situation. Als eine, die seit Kindertagen nur das große unbestimmte im Blick hatte, wie das Ende eines Märchens, habe ich seit meiner Liedermacher-Karriere daran gearbeitet, das kleine in den Fokus zu nehmen. Ein durchaus sehr schmerzhafter Prozess. Alles, was Jahre- und Jahrzehntelang in mich gedrungen, wovon ich durchdrungen war, loszulassen, fühlt sich an wie die eigene Haut abzuziehen. Es braucht Zeit und Geduld, um zu heilen und dann wieder zu wachsen.</p>
<p>Es stellt in Frage, worauf ich meine Lebensidee aufgebaut habe: beruflicher, wirtschaftlicher Erfolg, die große Liebe finden und leben, vorbehaltlose gesellschaftliche Anerkennung zu erfahren. Inzwischen stelle ich fest, nichts davon trifft auf mich zu. Und ich muss mir eingestehen: Ich habe das große Glück enttäuscht.</p>
<p>Aber anscheinend war das nur ein Missverständnis, klingt mir das Gesagte der Malerin nach. Menschen erinnern sich an das kleine Glück, erst in verletzlichen Zeiten – wenn sie krank werden, wenn eine Beziehung zerbricht oder sie feststellen, dass sie keine Zuwendung bekommen von nahestehenden Menschen, weil sie in ihrem Eifer nach einer großen gesellschaftlichen Anerkennung durch beruflichen Erfolg beispielsweise, die Verbindung zu ihnen verloren haben.</p>
<p>Ich bin gesund, ich führe eine immer bessere Beziehung zu mir selbst, habe viele Menschen in meinem Leben, die mir Trost und Verständnis bieten, mit denen ich Lachen kann und eine gute Zeit habe. Mit dem Geld verdienen, das ist nicht meine Stärke, aber daran arbeite ich! Meine Hauptwährung bleibt: Liebe, Musik und Zuwendung.</p>
<p>Was habe ich also verpasst: Nichts. Mir fehlt nichts. Darauf musste ich erstmal kommen! Ich kann mich noch an den Satz erinnern, den mein erster Freund nach unserer Trennung zu mir sagte, als er seine spätere Frau kennengelernt hatte: Du hast doch gar keine echten Probleme! (Im Gegensatz zu seiner Angebeteten). Ich war lange über diesen Ausspruch entrüstet, heute würde ich sagen, dass er vielleicht Recht hatte. Nur wusste ich damals noch nichts vom kleinen Glück.</p>
<p>Und selbst wenn ich hier und da vom kleinen Glück zu hören begann, so mussten viele Jahre vergehen, bis ich es wieder traf und mich anscheinend auf den Weg machte es zu fühlen. Denn: Etwas zu wissen heißt noch lange nicht, dass ich es empfinden kann.</p>
<p>Wenn mich jemand fragen würde, wie lange braucht es, dem kleinen Glück zu begegnen, dann würde ich sagen: Wenn du dich heute auf den Weg machst, dann rechne mit etwa 10 Jahren, dann bist du aus dem Gröbsten raus. Stell dich darauf ein, dass es hart wird und du manchmal denkst, das bringt alles nichts. Du wirst verzweifelt sein und zweifeln. Aber nimm das nicht so persönlich, es wird dir als Lebenserfahrung gutgeschrieben. Und du wirst immer wieder auch ein Licht sehen, weit entfernt. Dieses einfache, kleine Glück. Bei mir war das im letzten Jahr, als ich zu spüren begann, wie eine ganz neue Erfahrung in mich eindrang, die sich von Grund auf gut anfühlte. Und ich dachte schon, dass das alles wäre, aber nein, da gibt es noch mehr, wie ich seit einigen Wochen wahrnehme. Ich fühle mich wirklich wohl mit mir in meinem Alltag, also im Rahmen meiner Möglichkeiten. Und fühle oft, dass ich gesegnet bin, sein zu dürfen. Das macht es mir inzwischen auch möglich, mich Situationen zu stellen, denen ich mich früher entzogen hätte. Seien es Konflikte, oder die Ablehnung von neuen Erfahrungen, die außerhalb meiner Komfortblase liegen. Ich bin bereit mich einzubringen und einzulassen.</p>
<p>Dazu spielt: Im Freibad (schon als Vorgeschmack auf mein neues Album, wo ihr noch bis Freitag beim <a href="https://janaberwig.de/album-crowdfunding/">Crowdfunding</a> mitmachen könnt :-))</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" consent-thumbnail="{&quot;embedId&quot;:&quot;72cb3f96c58fef9ec7973a2ae96565c2&quot;,&quot;fileMd5&quot;:&quot;252ec91c5a90b391ae9dd015462a14d2&quot;,&quot;url&quot;:&quot;https:\/\/janaberwig.de\/wp-content\/uploads\/embed-thumbnails\/72cb3f96c58fef9ec7973a2ae96565c2-252ec91c5a90b391ae9dd015462a14d2.jpeg&quot;,&quot;title&quot;:&quot;Jana Berwig im Tonstudio - Ausschnitt \&quot;Im Freibad\&quot;&quot;,&quot;width&quot;:640,&quot;height&quot;:480,&quot;forceRatio&quot;:56.3076923076923065991650219075381755828857421875}" title="Jana Berwig im Tonstudio - Ausschnitt &quot;Im Freibad&quot;" width="650" height="366" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/ynkcNqsZW00?feature=oembed" consent-required="2887" consent-by="services" consent-id="2888" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/ynkcNqsZW00?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Verkleidungsmuffel</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/verkleidungsmuffel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Feb 2024 07:39:59 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Es kann sein, dass ich als Kind Fasching sehr schön fand. Jedenfalls gibt es diverse Fotos von mir, wahlweise als Dornröschen (mit einem selbstgenähten und -bemalten Kleid, in liebevoller Handarbeit hergestellt von meiner Mutter) oder als Matrjoschka. Später, als ich etwas aktiver selbst an den Verkleidungen mitwirkte, ging ich als Henker (mit einem selbst gebauten Holzbeil, in liebevoller Handarbeit hergestellt von meinem Vater), und besiegelte damit das Ende meiner Faschingskarriere.</p>
<p>Ich begann Verkleidungen blöd zu finden. Das wurde mir bewusst während meiner Studierenden-Zeit, als ich mit meiner damaligen Mitbewohnerin zu einer Faschingsparty eingeladen war. Ich erinnere mich, dass ich ordentlich Widerstand leistete, mich zu kostümieren. Allerdings gab es auf dieser Feier Verkleidungszwang. Meine Mitbewohnerin konnte mich schließlich zu einem blau-weiß-gestreiften T-Shirt überreden und sie malte mir einen Anker auf den Arm – für eine Ultra-Light-Version von Popeye.</p>
<p>Aber auch der Alltag als Studentin bot Gelegenheit, meinen Widerstand gegenüber Verkleidungen zu manifestieren. Im Rahmen meines Sozialwissenschaftlichen Studiums hatten wir die Möglichkeit, ein Praktikum bei einem Abgeordneten des Bundestages machen. Das war damals sehr angesagt und galt als vielversprechend für den Lebenslauf. Allerdings nicht für mich, denn ich beging einen grundlegenden Fehler gleich am ersten Tag: Ich erschien in Jeans und buntem Pulli in dieser Welt der Anzugträger. Das führte dazu, dass ich im dunklen Büroraum irgendwelche alten Akten durchlesen durfte. Total langweilig! Ich kann mich nicht erinnern, ob es ausgesprochen wurde, aber schnell war klar, dass weder mein Kleidungsstil noch meine Persönlichkeit hier gern gesehen waren.</p>
<p>Verkleidungen befremden mich schlichtweg. Mit wem habe ich es zu tun, mit einer Rolle oder einem echten Gegenüber? Das ist im Alltag schwer genug zu unterscheiden, denn wir verkleiden uns im Grunde jeden Tag, tragen Masken, schlüpfen in eine Rolle. Sei es die einer Frau, einer Tochter, einer Schwester. Einer Schülerin, einer Studentin, einer Angestellten. Einer Kundin, eines Fahrgasts usw. Verbunden mit Regeln über angepasstes Verhalten bzw. einem Rollen entsprechendem Verhalten. Welche Rolle willst du später spielen? Darüber habe ich lange gar nicht nachgedacht. Denn es gibt viele vorgelebte Rollen, die mensch gut nachahmen kann: Eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren, einen Beruf ergreifen, eine Familie gründen. Und während diese Lebensstationen heranrückten, habe ich immer mehr gespürt, weder eine bestimmte Rolle bedienen zu wollen noch, dass ich mich verkleiden möchte. Und trotzdem profitiere ich von dem System der Rollen und Verkleidungen, sie geben einen Rahmen vor. Sie schaffen Halt und Orientierung. Selbst indem ich es nutze, um mich davon abzugrenzen. Und wenn sie nicht so stark dazu benutzt würden, bestimmte Menschen ab und andere aufzuwerten, hätte ich sicher meinen Frieden damit.</p>
<p>Jedenfalls – aber das ist eher eine retrospektive Betrachtung, denn lange war mir das nicht bewusst – wollte ich schon immer lieber einen Zugang zu mir selbst als Zugang zu einer Rolle. Und inzwischen bin ich angekommen – bei einem ich, dass sich im Innen wie im Außen authentisch anfühlt und einfach sein darf. Natürlich bin ich nicht frei von Rollen. Ich möchte ja ein Teil dieser Gesellschaft sein und bleiben. Aber mein selbständiges Leben, beruflich wie privat, räumt mir viele Spielräume ein. Haha. Gerade als Liedermacherin spüre und genieße ich, den Raum einzunehmen, wenn ich auf der Bühne stehe. Auch als Gesangslehrerin habe ich meine ganz eigene Art, und darf mich auch als Mensch zeigen. Es hat eine authentische Farbe und ich gestehe mir zu, nicht hinter einer Verkleidung zu verschwinden, sondern sie mit meinem Selbst auszufüllen.</p>
<p>Beim Blick hinaus in die Welt, nehme ich wahr, dass Rollenbilder und Masken immer mehr fallen gelassen werden. Hierarchien werden aufgebrochen, sogenannte Minderheiten werden laut, Menschen haben den Wunsch, selbstbewusst ihre eigene, authentische Rolle zu entwerfen. Unter anderem macht sich das auch durch einen ungewohnten Kleidungsstil bemerkbar. Es schafft zunächst einmal Unruhe, und ist durchaus anstrengend, denn es setzt Widerstände frei bei einem selbst und bei anderen und braucht einen langen Atem. Aber das gehört wohl zum Aufbruch dazu.</p>
<p>Heute bin ich übrigens zu einem Geburtstag eingeladen, auf dem die Gäste gebeten sind, eine rote Nase zu tragen. Zum Glück freiwillig. Das mit der Freiwilligkeit finde ich sowieso eine super Sache. Da habe ich viel mehr Lust, auch mal in eine bestimmte Rolle zu schlüpfen.</p>
<p>Dazu spiele ich&#8230; ein Cover: &#8222;Time after time&#8220;</p>
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		<title>Wie geht es dir?</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/wie-geht-es-dir-eine-zauberformel-fuer-den-alltag/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 02 Jan 2024 17:13:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Letztens saß ich mit einer Freundin zusammen und wir unterhielten uns über die Frage: „Wie geht es dir?“ Sie sagte, sie wisse, mir wäre das wichtig, dass ich nach meinem Befinden gefragt werde. Sie hingegen hätte nicht immer Lust, ihren Alltag auszubreiten vor jedwedem Gegenüber. Diese Frage ist sicher unterschiedlich zu verstehen: Zwischen Tür und [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Letztens saß ich mit einer Freundin zusammen und wir unterhielten uns über die Frage: „Wie geht es dir?“ Sie sagte, sie wisse, mir wäre das wichtig, dass ich nach meinem Befinden gefragt werde. Sie hingegen hätte nicht immer Lust, ihren Alltag auszubreiten vor jedwedem Gegenüber.</p>
<p>Diese Frage ist sicher unterschiedlich zu verstehen: Zwischen Tür und Angel ausgesprochen, bleibt es eher eine Floskel, eine Höflichkeitsformel, für die nur eine kurze Antwort bleibt. Wobei selbst hier, neben einem klassischen „Gut“, auch ein einsilbiges: „Schlecht“ oder „Geht so“ möglich wäre. Für eine mitfühlende Geste wie eine Umarmung, ein nettes, aufmunterndes Wort oder auch ein verständnisvoller Seufzer oder Ausspruch ist doch immer Zeit als weitere Reaktion. Vielleicht kann es auch eine Erinnerung sein, diesen Menschen bei Gelegenheit nochmals anzusprechen oder anzurufen. Oder ich fühle mich verstanden, weil es mir selbst nicht so gut geht und freue mich, dass jemand den Mut hat, etwas so Simples auszusprechen.</p>
<p>Es gibt bestimmte Leute, wenn die fragen, wie es mir geht, da weiß ich, dass sie es wirklich ernst meinen und sich Zeit für jedwede Antwort meinerseits nehmen werden. Das ist für mich das Schönste! Es ist eine Einladung, so zu sein, wie ich bin, dass alles in mir, einen wertschätzenden Ort bekommt. Es ist eine Einladung, meine Sorgen zu teilen und mich zu entlasten. Mir wird zugehört, egal, was ich zu sagen habe, egal ob die Antwort kurz oder lang, gut oder schlecht oder irgendwie dazwischen ausfällt. Ich fühle mich angenommen, einfach so. Vielleicht muss ich diese Möglichkeit gar nicht vollständig ausschöpfen. Aber der Gedanke, dass ich es könnte, ist bereits eine große Entlastung.</p>
<p>Im Alltag sind wir oft in unseren Rollen, berufliche Termine sind zeitlich getaktet und kosten in der Regel Geld. Da habe ich mir diese Frage oft verkniffen, und wollte vor allem nicht übergriffig wirken. Aber ich bin ein neugieriger Mensch und habe es einfach mal ausprobiert und bemerkt, dass es eher positiv wahrgenommen wird. Also überwinde ich mich inzwischen und stelle diese kurze Nachfrage – von Mensch zu Mensch sozusagen – nicht immer, nicht automatisch, einfach, wenn es mir einfällt. Ich kann mich erinnern, dass ich meine Zahnärztin vor der Behandlung fragte, wie es ihr geht. Sie war ganz entzückt und bedankte sich, dass ich – oder überhaupt jemand – ihr diese Frage stellen würde.</p>
<p>Meiner Erfahrung nach nehmen wir oft an, dass es Menschen gut geht, die sie sich nicht beschweren bzw. ihre Rollen ausfüllen. Wie die Zahnärztin zum Beispiel. Aber auch am eigenen Leib habe ich es schon gespürt, weil ich in der Regel gut funktioniere. Die Leute, die nachfragen, wissen, wie es mir wirklich geht. Außerdem halte ich mich eher zurück, wenn ich merke, meinem Gegenüber geht es nicht sonderlich gut, oder dass die Person selbst viel durchzustehen hat. Aber in einer Freundschaft beispielweise sollte ein Gleichgewicht aus Geben und Nehmen bestehen, also habe ich angefangen, mich selbst den Menschen mit meinen eigenen Päckchen mehr zuzumuten. Und fordere durchaus ein „Wie geht’s dir?“ ein.</p>
<p>Im Gespräch mit meiner Freundin stellte sich dann heraus, dass ihr die Frage zu viel ist, wenn diese einen fast schon investigativen Charakter hat, ohne, dass ein entsprechendes Vertrauensverhältnis vorhanden ist. Das gibt es also auch. Jemanden, den ich täglich sehe, gebe ich auch sicher anders Auskunft als jemandem, mit dem ich nur ab und zu Kontakt habe. Wieviel ich preisgeben möchte, entscheide ich natürlich selbst.</p>
<p>Die berühmten Vier Worte. Sie können Türen öffnen.</p>
<p>Dazu spielt: &#8222;Over the rainbow&#8220; (Chuck Cliff Cover)</p>
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		<title>Was wir daraus lernen können</title>
		<link>https://janaberwig.de/blog/was-wir-daraus-lernen-koennen-geschichten-aus-der-geschichte-live-in-berlin/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[janaberwig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Nov 2023 07:34:31 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wir saßen ganz vorn! Dritte Reihe. Vor einer Woche – am 22. November – im ausverkauften Saal des Heimathafen Neukölln. Hätte ich das Zepter in der Hand gehabt, wären wir sicher erst kurz vor Veranstaltungsbeginn eingetrudelt und hätten uns mit einem Platz in den hinteren Reihen begnügen müssen. Doch meine Begleitung hatte vorgeschlagen frühzeitig da [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir saßen ganz vorn! Dritte Reihe. Vor einer Woche – am 22. November – im ausverkauften Saal des Heimathafen Neukölln. Hätte ich das Zepter in der Hand gehabt, wären wir sicher erst kurz vor Veranstaltungsbeginn eingetrudelt und hätten uns mit einem Platz in den hinteren Reihen begnügen müssen. Doch meine Begleitung hatte vorgeschlagen frühzeitig da zu sein. Überhaupt: Sitzen. Ich war begeistert! Mein Freund belehrte mich, dass eine Lesung, die es ja im weitesten Sinne war, immer bestuhlt sei. Aber schließlich waren wir in einem Konzertsaal: Es hätte auch anders kommen können, gab ich zurück. Später stellte sich heraus, dass sogar eine Pinkelpause vorgesehen war&#8230; Es sind die kleinen Dinge, die die Kirsche auf der Sahne bilden. Mit Anfang 40 kann ich ohne Scham über solcherlei Annehmlichkeiten sprechen. Den Eintrittspreis fand ich fair. Unter dem Veranstaltungspost auf Instagram zur Live-Tour von „Geschichten aus der Geschichte“ wurde von einigen Menschen in den Kommentarspalten gegenteiliges behauptet. Ich war unterdessen froh, endlich wenigstens einen 35-Euro-Beitrag zu leisten, für ein Podcast-Format, das seit vielen Jahren frei zugänglich wöchentlich Folgen anbietet.</p>
<p>Diejenigen jedenfalls, die sich mokierten, hatten sich vermutlich vorab selbst aussortiert. Alles sehr friedliche Menschen im Publikum, die anstandslos Schlangen bildeten, sich weder vordrängelten noch meckerten. Genauso wie die beiden Gastgeber des Abends, die pünktlich um 20 Uhr die Bühne betraten und ihre Veranstaltung so begannen, wie sie stets ihren Podcast beginnen: Mit der Einspielung des Jingles und der gegenseitigen Vorstellung: „Mein Name ist Daniel“ und: „Mein Name ist Richard &#8230;“ – persönlich, bodenständig und sehr sympathisch. Ein Deutscher, ein Österreicher, beide Historiker, die zu bisher weniger beleuchteten Ereignissen der Geschichtsschreibung recherchieren und diese wiedergeben. Nur eine Sache war anders als in ihrer Sendung: An diesem Abend kannten beide die Geschichte, des jeweils anderen, die sie einander erzählen würden. Es waren „Geschichten aus der Geschichte“, die bisher nur in ihrem jüngst erschienenen gleichnamigen Buch veröffentlicht wurden.</p>
<p>Die Geschichten, die das Publikum zu hören bekam, wirkten fast harmlos, obwohl sie es mächtig in sich hatten, so wie ich es aus den Podcast-Folgen kenne: Daniel erzählte von einer Frau, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts in der patriarchalen Gesellschaft ihre Sporen verdienen wollte. Anschließend berichtete Richard, wie die Entdeckung einer neuen Tierart dazu führte, dass diese, innerhalb weniger Jahrzehnte, vom Menschen ausgerottet wurde. Die Erzählweise ist beschreibend und bleibt oberflächlich, die Tiefe geht etwas unter in einer recht breiten Einordnung der Ereignisse in scheinbar längst vergangene Zeiten. Unterstrichen wurde das visuell durch das Standbild eines Baby-Blaufuchses, das die Pause einläutete.</p>
<p>Im zweiten Teil wirkten die Podcaster entspannter, vermutlich erleichtert, ihre Pflicht-Referate erfolgreich gemeistert zu haben. Sie hatten Wissensfragen vorbereitet zu einzelnen Folgen ihres Podcasts. Die Antworten waren Aufhänger für weitere Geschichtsschlaglichter und Einblicke in die Arbeit der beiden. Sie rannten mit dem Mikro durch die Sitz-Reihen für die richtigen Publikums-Antworten und wir waren so noch näher dran an den Machern. Das ist sicher einer der Punkte, warum dieser Podcast so erfolgreich ist.</p>
<p>Ein weiterer Punkt: Wie der Podcast so ist auch die Bühnenperformance nicht perfekt. Ich habe den Eindruck, dass ich den beiden zusehen kann, beim Entwickeln, beim Ausprobieren, beim Wachsen. Genauso wie sie den Podcast vor acht Jahren ohne großen Plan einfach angegangen sind – erzählen sie ihre eigene Geschichte – machen sie es bei ihrer ersten Live-Tour wohl genauso. Sie haben Mut zu Fehlern, Mut zur Lücke. Kein falscher Stolz, sondern Transparenz und Offenheit läuft für mich im Subtext mit.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3086 size-medium aligncenter" src="https://janaberwig.de/wp-content/uploads/2023/11/231122_Jana-GaG_Artikelbild-300x298.jpg" alt="Richard und Daniel auf der Bühne des Heimathafen Neukölln" width="300" height="298" srcset="https://janaberwig.de/wp-content/uploads/2023/11/231122_Jana-GaG_Artikelbild-300x298.jpg 300w, https://janaberwig.de/wp-content/uploads/2023/11/231122_Jana-GaG_Artikelbild-150x150.jpg 150w, https://janaberwig.de/wp-content/uploads/2023/11/231122_Jana-GaG_Artikelbild-768x763.jpg 768w, https://janaberwig.de/wp-content/uploads/2023/11/231122_Jana-GaG_Artikelbild-600x596.jpg 600w, https://janaberwig.de/wp-content/uploads/2023/11/231122_Jana-GaG_Artikelbild-100x100.jpg 100w, https://janaberwig.de/wp-content/uploads/2023/11/231122_Jana-GaG_Artikelbild.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Etwas Fahrt nahm die Bühnenperformance auf, als Richard seine geöffnete Wasserflasche auf den kleinen Tisch an Daniels Laptop stellte und Daniel sie gespielt(?) empört wieder auf den Boden stellte, um sein technisches Gerät nicht zu gefährden. Diese Situation wiederholte sich noch einmal. Da wurde der Faden des Feel-Good-Szenarios kurz abgelegt und der zum Slapstick aufgegriffen und zeigt: Da ginge mehr Biss. Ansonsten fehlten verbale Ecken und Kanten, doch ich habe auch nicht danach gesucht, genauso wenig wie nach politischen Statements oder aktuellen gesellschaftlichen Einordnungen der Geschichten. Das macht es so wohltuend hinzuhören: Wir werden nicht belehrt von Richard und Daniel. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass sie einen Anspruch haben und viel lehren, durch ihre eigene Art und die Auswahl der Themen.</p>
<p>Das dreistündige Programm bietet eine Oase in einer Zeit, die sich ständig versucht selbst zu überholen: Ich kann einfach den warmen Männer-Stimmen lauschen, die sich angenehm unwichtig nehmen. Ich erfahre von interessanten Geschichtsereignissen. Ich spüre, dass die Themen einen sehr aktuellen Kontext haben können und ich mit diesem Bezug arbeiten kann. Das bleibt dem Publikum des Live-Auftritts sowie den Hörerinnen und Hörern des Podcasts „Geschichten aus der Geschichte“ überlassen.</p>
<p>Dazu spielt &#8222;Astronaut&#8220;:</p>
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