Manchmal kommt es mir so vor, als ob die letzten zwei Jahre nur ein Jahr waren. Einfach, weil die Tage sich angeglichen haben. In ihrer Ähnlichkeit ist es schwer vorstellbar, dass sie doppelt so lange gedauert haben.

Für mein musikalisches Schaffen hat das viel verändert. Erstmal hat es mir die Möglichkeit genommen, mich auf Bühnen zu präsentieren bzw. stark eingeschränkt. Und was macht frau als umtriebiger Geist? Anfangen Songs zu schreiben für die nächste Platte, in der Hoffnung, die Hoffnung zu entfachen, auf weitere Auftritte, auf ein Stück Normalität, auf einen Alltag, den wir kennen, der lebendig ist… Schließlich wurde mir auch etwas gegeben: Ich habe von diversen finanziellen Unterstützungen für selbständige Musikerinnen profitiert. Das gab mir genug Motivation, mich aktiv ans Songschreiben zu machen. Aber aufgrund der oben beschriebenen Herausforderungen, war es dann doch irgendwie schwerer als gedacht: Es nicht Tag um Tag aufzuschieben… Denn es fühlte sich an, als ob es keinen Unterschied machte, wann es fertig wird…

Fertig sind sie dann doch geworden… die 6 Songs von „Knallwach“. Denke gerade, dass meine Einführung überhaupt nicht zum Album-Titel passt… Die Kurve kriege ich aber leicht: Dieses „Knallwach“ ist eines, das in der Stille entsteht, in der ich häufig nichts anderes hatte als meine Gedankenwelt, die sich – manchmal drückend, manchmal erhellend, manchmal auch farbenfroh und immer sehr klar und präsent in meinem Wohnzimmer oder auf meinen Spaziergängen hin, her, kreuz und quer – nach und nach zu Linien, Melodien und Song-Texten zusammenfügte.

Nächster Schritt war ein virtuelles Ping-Pong-Spiel mit Dirk Homuth, dem ich nach “Wellblechreiten” zum zweiten Mal meine Songs für das Arrangement und die Produktion anvertraut habe. Ich habe ihm meine Demos geschickt hat, und er hat mir die von ihm bearbeiteten Demos zurückgeschickt. Bis wir uns einig waren. Im Sommer letzten Jahres haben wir die finalen Tonspuren aufgenommen. Die musikalischen Gäste Liron Yariv am Cello, Thomas Hoppe am Kontrabass und E-Bass sowie Paul Geigerzähler an der Violine bereichern die Produktion mit ihren Beiträgen. Das Mastering der Songs hat Markus Ebert übernommen.

Das Cover-Foto hat -the one and only- Peter Pollmanns beigesteuert. Für das Layout arbeite ich seit einigen Monaten mit der Grafikerin Claudia Braun zusammen, mit der ich eine gute neue Partnerin für Gestaltungsanliegen an der Seite habe. Es gibt ja schon zwei Musikvideos („3 Uhr nachts“ und „Du mir“), und es werden weitere Bewegt-Bilder zu den Songs dazu kommen. Als nächstes „Das Leben ist“ und „Präsident der Welt“ in einer Instant-Live-Session (haben wir Donnerstag abgedreht… muss nun noch bearbeitet werden). Da bin ich froh, dass sich mit Johanna Reimann, und mit Jurij Tschabanow eine sehr gute Dauer-Zusammenarbeit entwickelt hat. Auch mit meinem Label Score and more Music und meinem dortigen Ansprechpartner Malte Brants läuft es.

Und ich danke an dieser Stelle herzlich allen, die mich kennen!

Fun-Fact: Ich habe heute festgestellt, als ich die CD mit einer Freundin gehört habe – von ihrem Laptop abgespielt – dass die Titelliste, die im Abspielfenster angezeigt wird, eine andere ist. Aber es sind meine Songs zu hören! Eine Deutung: Wo Jana Berwig draufsteht, ist auch Jana Berwig drin, selbst wenn das Kleingedruckte etwas anderes behauptet. Eine weitere Deutung: Wer kann es dieser verrückten Zeit verdenken, dass in der ganzen Gleichförmigkeit auch mal was durcheinander kommen… will!

Nun wünsche ich viel Spaß beim Hören. Entweder hier (Schaut doch mal in meinem Shop vorbei 😊) oder bei Spotify & Co.

Dazu spielt: „Das Leben ist“

 


… aber, oder, und… – Schreib mir gern deine Gedanken und Erfahrungen: info@janaberwig.de