Ich bin ja viel in meinem Kopf unterwegs. Es gibt viel Platz und viele Räume, viele Türen sind offen. Einige verschlossen, also man braucht keinen Schlüssel dafür. Die Tür ist einfach zu. Und manchmal schließe ich die eine, dann öffne ich die andere. In den Räumen stehen, liegen oder fliegen Gedanken und Erkenntnisse als Worte, Satzgruppen, ganze Sätze manchmal. Einen Teil davon sortiere ich von Zeit zu Zeit und füge sie zusammen zu Geschichten, die ich in meinen Liedern erzähle.

Als ich mal wieder in meinem Gedanken-Palast unterwegs war und auf die fertigen Stücke geschaut habe, ist mir aufgefallen, dass ich viel übers Schlussmachen singe, also immer wieder Schlussmachen, mit Dingen, die man hinter sich lassen wollte oder sollte. Sei es bei “I shot my lover” oder “I’m going to leave you”. Auch beispielsweise bei dem aktuellen Stück „Nirgendwohin“ geht es um eine Geschichte, bei der das Ende klar ist, aber man nicht den Ausgang findet. Ich habe mich anscheinend im Schlussmachen eingerichtet.

Doch wie geht es weiter? Wird es nicht Zeit, das Schlussmachen ernst zu nehmen? In dem man einen Abschied aushält und sich wirklich verabschiedet. Ja, habe ich mir gesagt. Ich möchte das gern herausfinden.

Und so meditiere ich gerade viel, die Gedanken-Räume werden durchgelüftet und neu sortiert. Es ist nicht immer ein einfacher Prozess, aber ich spüre, dass es gut tut, einige Dinge hinter sich zu lassen und sich das Leben so zu erleichtern. Prioritäten zu setzen und auf das zu schauen, was man wirklich möchte.

Aber zunächst die Geschichte, wie ich das Schlussmachen hinter mir ließ. Aufgenommen wurde das Demo in einer recht spontanen Aktion mit der jungen Produzentin Lane Hots. Danke an dieser Stelle, liebe Lane für deine Zeit, Mühe und Geduld. Mitgewirkt haben außerdem Masataka Koduka am Kontrabass, Paul Müller am Schlagwerk und Amanda Wirsing an der E-Gitarre – denen ich auch herzlich für ihren Einsatz danke.

Es ist ein wichtiger Song für mich, etwas Solides für den Anfang: „Kartoffeln mit Quark“ (Demo)


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