Die Leben besteht aus Wiederholungen. Wir werden immer wieder mit denselben (bzw. ähnlichen) Situationen konfrontiert. Wie die Folge einer Serie, in der man sich für eines von mehreren möglichen Enden entscheiden muss. Sie wird so lange wiederholt, bis wir den ‚richtigen‘ Ausgang gefunden haben. Dann ist der Bann gebrochen und die Geschichte kann sich weiterentwickeln.

Wiederholungen geben uns Sicherheit. Wir kennen das routiniert erlebte, sind vertraut damit und den Gefühlen, die es auslöst. Warum sich ins Unbekannte begeben – wer weiß ob wir den neuen Herausforderungen gewachsen sind? Vielleicht werden wir wieder Fehler machen, vielleicht werden wir wieder versagen. Oder siegt irgendwann die Neugier, was sich hinter Tür X offenbaren wird?

Ich bin neugierig, verlasse immer mehr die ausgetretenen Pfade der Wiederholungen und wende mich Neuem zu, lasse mich auf unbekanntes Terrain ein. Das erfordert mehr Vertrauen in mich und den Boden unter meinen Füßen. Nach den ersten vorsichtigen Schritten spüre ich, dass dieser unerwartet Halt gibt und sich gar nicht schwer anfühlt. Sondern leicht und freundlich.

In der Musik ist es irgendwie andersherum, jedenfalls für mich. Ich habe lange Wiederholungen abgelehnt, wollte jeden Moment neu erleben und mich nichts und niemanden unterordnen. Inzwischen habe ich die Scheu abgelegt und öffne mich den wohl bekanntesten musikalischen Wiederholungen – dem Covern von Songs. Nicht jeder Song kommt mir über die Lippen, aber ein paar Hits und Klassiker dürfen es schon sein.

Wie der Pop-Song „Baby One More Time“ von Britney Spears, dem die Indie-Pop-Band Travis mit ihrer Spaß-Cover-Version ein Denkmal gesetzt und so mit dem inoffiziellen Coolness-Stempel versehen haben. Dachten Miriam Spranger und ich bei unserer letzten Begegnung – Macht Laune, können wir auch! So, bitteschön, für alle zum Mitsingen!

Und hier noch ein unbekannteres Stück, das im Herbst mit meinem Kollegen Masataka Koduka am Kontrabass und mit der Unterstützung von Unplugged Wohnzimmer aufgenommen wurde. Ein Jazz-Klassiker, „Romance in the Dark“.