Mit „Señorita“. Jedes Album ist eine Herausforderung und ich frage mich, was es bewirkt. Ich meine damit auch- bei mir. Nach wie vor ist der Weg des Herzens nicht immer leicht, selbst wenn sich alles richtig anfühlt. Da geht es erstmal um das Finanzielle, die Existenzsicherung, dann die Hoffnungen, die mit dem neuen Werk verbunden sind, nach dem Motto: Jetzt kann es aber mal „größer“ werden! und dann ist es einfach Neugier, wie es denn nun wird. Alles.

Natürlich kommt es anders als man denkt. Im Gegensatz zu wilden Fantasien über Sex Drugs and Rock’n’Roll, würde ich sagen, das Album hat mich bodenständiger gemacht. Ganz klar. Alles geht weiter seinen Gang und trotzdem ist es ein großer Schritt und eine stetige Weiterentwicklung. Immer noch dieselbe.

Zum ersten Mal habe ich meine Songs den Händen eines professionellen Produzenten anvertraut. Die Zusammenarbeit mit Samuel Jersak war die richtige Entscheidung. Er ist ein eher zurückhaltender Mensch, der viel Raum gibt und auf meine Wünsche einzugehen wusste. Aber gleichermaßen hat er sich auch an den richtigen Stellen einzubringen gewusst und die Produktion angeleitet. Außerdem kennt er Hinz und Kunz, so dass wir neben meinem inzwischen steten Begleiter Masataka Koduka mit weiteren Profi-Musikern zusammenarbeiten konnten. Darunter Jonathan Reiter am Schlagzeug/Percussion und E-Gitarre. Für zwei Songs hat Samuel außerdem ein Arrangement für Streicher verfasst, dass wir mit Maximilian Propoc an der Viola, den Cellistinnen Samira Aly und Tabea Schrenk eingespielt haben. Die Aufnahmen hatten wir von November bis Februar mit 5 Terminen im Kasten. Das Mastering haben wir an Marko Schneider (skywalk mastering, Trierweiler) übergeben.

Als Partner für den Vertrieb konnte ich – wie bei den vorherigen Produktionen – das Label SAMM gewinnen. Ebenso habe ich bei den Überlegungen zur Produktion des physischen Produktes auf altbewährte Partner gebaut und mich an Disk Media Service in Berlin-Pankow gewendet. Das Extra war ja dieses Mal die Pressung des Vinyl. Aufregende Sache! Erstmal, zu überlegen was ich möchte, ohne dass es zu teuer wird. Da hatte ich einen tollen Ansprechpartner, der auch bei der gefühlt tausendsten Nachfrage geduldig und freundlich blieb. Und auch mit dem Produkt bin ich sehr zufrieden.

Foto: Julia Wagener

Nunja, aber erstmal musste ja das Layout stehen. Titelbild war klar. Dieses große Fenster… dass Peter Pollmanns und ich bei unserer Foto-Safari für die Crowdfunding-Kampagne im letzten Spätsommer entdeckt und aufgenommen hatten. Das Foto fiel sofort ins Auge, aber im Rahmen der Kampagne hatte es noch keinen richtigen Platz. Als dann die Idee für den Album-Titelnamen „Señorita“ reifte, dachte ich gleich, dass das perfekt passen wird. Als Grafikerin konnte ich Julia Wagener gewinnen, die sich sehr engagiert und mitdenkend einbringt und das altbewährte Design – von Sven Dietz – aufgegriffen und weiter verfeinert hat.

Oh ja, und dann der Pressetext… Die Oh-Töne habe ich in die Hände meiner lieben Freundin Lena Lehmann gelegt, die schon beim Studioalbum Nr. 1. wohlwollende Worte für meine Musik gefunden hat. (Hier gleich Nachlesen!)

Der nächste Schritt war die Suche nach den passenden Musikern für den großen Live-Auftritt des neuen Werkes. Da wollte ich mit Menschen zusammen arbeiten, die mich und meine Musik kennen und denen ich vertraue. Es war auch klar, dass ich für den Background Gesang – der ja im Studio von mir kam – mehr als eine Power-Lady brauchte. Im Grunde wusste ich sofort, wer die zwei Herz-Damen sein sollen – Ina Michler und Amanda Wirsing. Glücklicherweise haben die beiden das genauso gesehen, genauso wie mein guter Freund Ingo Fehrmann, den ich als Schlagzeuger angefragt hatte. Zu einem Cello-Spieler hatte ich noch keinen Kontakt, da sind wir über Masa an Illay Chester geraten, die dann leider kurzfristig absagen musste und uns an Julia Biłat weitervermittelt hat. Masataka Koduka am Kontrabass war ja – wie bei den Aufnahmen – fest eingeplant.

Foto: Julia Wagener

Und so klang es: Konzert auf Soundcloud nachhören!

Ich möchte mich an dieser Stelle noch besonderes bei meiner lieben Freundin Amanda Wirsing bedanken, die nicht nur ihre Stimme für das Konzert hergegeben hat, sondern mich bei den Vorbereitungen und Organisation des Release Abends sehr unterstützt hat – praktisch und moralisch.

Im Anschluss an das Konzert gab es viele Glückwünsche – Ehrlich gemeint, viel Anerkennung habe ich rausgehört. Das tut gut! Ich selbst stecke ja mittendrin und brauche etwas Zeit um zu reflektieren, was eigentlich passiert. Ein Artikel im Berliner Feuilleton ist rausgesprungen (hier nachzulesen). Und ich muss tatsächlich feststellen, dass es wohl mehr als eine Person braucht und die richtigen Kontakte, um im Berliner Musikmarkt Wind zu machen. Aber das ist gar nicht schlimm. Ich gehe meinen Weg weiter, ich weiß jetzt wer ich bin, was ich will. Und genieße es, meine Zuhörer zu berühren und begeistern – jede Einzelne, jeden Einzelnen. Danke.

Foto: Julia Wagener

Und wenn ihr Lust bekommen habt, meine neue CD oder Vinyl zu erwerben, dann könnt ihr das hier.