Ab und zu hadere ich ja mit mir und überlege, was ich anders oder besser machen könnte. Dabei stelle ich in dem ganzen Unmut, der mich in solchen Momenten einholt, fest: So schlecht läuft es gar nicht. Ich muss nur an ein paar Reglern drehen und die Linse darauf scharf stellen, was es konkret zu sehen gibt.

Wie zum Beispiel auf letztes Wochenende. Ich hatte einen Dreh zum neuen Musikvideo „Flugzeuge“, der ersten Single meines kommenden Albums „Wellblechreiten“, das in Zusammenarbeit mit einem Freund entsteht. Er heißt Jurij Tschabanow ist Kameramann und hat schon das Musikvideo zu meinem Song „Auf der Veranda“ gedreht. Auch wenn der Kontakt zu ihm, sich nicht sofort entblättert und entfaltet hat, sondern zunächst unter vielen anderen To-Dos, Notwendigkeiten oder Schicksalen des Alltags verschütt gegangen ist, sind wir uns Anfang des Jahres wieder begegnet und haben gemeinsam Pläne für ein weiteres Musikvideo-Projekt geschmiedet. Mit mehr Reife, frischer Kraft und Kreativität, die aus den eigenen Wegen entstanden ist. Wir haben uns in den letzten Wochen oft getroffen, um zu besprechen, zu entspinnen und zu organisieren, wie das anzustellen wäre. Fundierter und besser vorbereitet als beim ersten Mal, auch wenn das Thema nach wie vor ist, dass ich mir ein groß und aufwendig angelegtes Musikvideo-Projekt finanziell gar nicht leisten kann als Einzelperson.

Aber daran soll es nicht scheitern, meinte Jurij. Der anscheinend ebenso Freude hat, Ideen und den Enthusiasmus ein neues Projekt mit mir umzusetzen. Gut. So haben wir das Geld in Technik und Material gesteckt und geplant, gemacht und vorbereitet. Nicht ohne Johanna Reimann, seiner Freundin. Sie ist ebenso Filmschaffende und hat sehr engagiert unsere Ideen aufgegriffen und mitgetragen. Und auf einmal wurden es immer mehr – Menschen, Freunde, die wir zusammengetrommelt haben und begeistern konnten, mitzumischen.

Letztes Wochenende war es soweit, der Dreh fand statt. Und ich muss zugeben, dass ich bis kurz davor nicht genau wusste, ob alles zusammenkommt, klappen wird oder was mich eigentlich erwartet. Ich habe mich an einem bestimmten Punkt einfach Jurijs Film-Geschichte hingegeben, die er für meinen Song entworfen hatte, und mich darauf konzentriert, ihn darin zu unterstützen, das zu tun, was er für richtig und wichtig hielt. Und was ist dann passiert?

Genau kann ich euch das noch nicht sagen. Es ist eine Agenten-Geschichte geworden über Zeitreisen und die Jagd auf ein Wesen aus der medialen Dimension. Abstrahiert von der Song-Geschichte zu „Flugzeuge“, die von der Überforderung der Menschen durch die Omnipräsenz des Internets erzählt. Wir haben vor allem abends und nachts gedreht mit tollen Kostümen, einem orangenem Oldtimer, durchdachten Shootings und starken Motiven, mit vielen herzlichen Leuten, die zugearbeitet, geholfen oder sich als Komparsen zur Verfügung gestellt haben. Es war ein intensiver Dreh, mit viel Engagement und guter Laune und ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis. Ich bin mir sicher! Ausgelassen und erfüllt, von den Begegnungen, von dem Schaffen und von dem Leben, was da ist.

Freut euch drauf, bald könnt ihr es sehen! Eure Jana