Es sind die Banalitäten, die plakativ daher kommen mögen, obwohl doch viel mehr dahinter steckt. Oft sind es Erkenntnisse, die einen langen Prozess hinter sich haben. In der Rückschau scheint es wie ein Spaziergang, auch wenn die Tage von nun an nicht durchgängig rosarot sind… Aber ich habe tatsächlich in den letzten zwei bis drei Monaten angefangen, aktiv etwas zu ändern und meine Lebensphilosophie neu zu färben. Es ist noch frisch und manchmal kann ich dem Frieden nicht trauen, denn das Leben ist und bleibt zerbrechlich. Wie mir beim Blick auf mich und andere immer wieder vor Augen geführt wird. Trotzdem dringt diese neue Farbe in meinen Alltag ein und macht mir das Leben leichter. Ich mache es mir leicht.

Das stand wohl an. Es steht an. In der Lebensmitte angekommen, sehe ich alle um mich herum auf Familie machen oder wenigstens auf Partnerschaft und ich frage mich, welche Größe oder Perspektive in mein Leben treten müsste, die mir ein Zukunftsgefühl schenken kann. Das ist die eine Seite. Außerdem es ist die Frage danach, ob ich mit meinem Leben, wie es ist, zufrieden bin.

Und da musste ich feststellen: Ja, bin ich! Auch von außen bekomme ich die Rückmeldung, dass ich sehr klar und souverän wirke. Wenn ich mich dann das ein oder andere Mal öffne, sind meine Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner ganz überrascht, dass ich durchaus unsicher gegenüber mir selbst bin. Sowas arbeitet in mir. Und solche Rückmeldungen helfen mir insofern, dass ich denke: Ok. Vielleicht ist diese Unsicherheit inzwischen zur bloßen Marotte geworden. Ein altes Teil, das ich endlich aussortieren sollte.

In den in den letzten Wochen habe ich viele Interviews mit Menschen aus der Öffentlichkeit gehört, die mich sehr inspiriert haben. Ich habe begonnen mich umzuschauen nach Menschen aus meinem Leben, die aus den Vollen schöpfen und sich nicht beirren lassen, auch wenn es hier und da Herausforderungen gibt. Ich sehe es in der Arbeit als Gesangscoach, wie ich meine Schülerinnen und Schüler immer wieder positiv bestärke, an sich zu glauben und auch Fehler zuzulassen, auf ihrem Weg zu ihrer Stimme…

Jedenfalls bin ich auf die Idee gekommen, mir vorzustellen, dass mein Leben gut ist. Dass ich gut bin. Dass sich eine Zukunft automatisch einstellen wird, wenn ich weiter meinen Weg gehe und mehr noch – den Fokus darauf legen möchte, was mir Freude bereitet und wie ich meine Stärken besser einbringen kann. Dass ich mir Gedanken darüber, dass etwas nicht gelingen kann, nicht mehr mache. Dass ich nicht alles allein in der Hand habe, sondern es immer ein Zusammenspiel mit anderen Menschen oder Umständen ist. Und dass es ok so ist, und ich darauf vertrauen kann, dass alles seinen Platz hat und finden wird.


Und dazu spielt: