Erste Erkenntnisse aus dem mehrwöchigen Hausarrest sind gerade eingangen.

Mit Schrecken stelle ich fest, dass ich die Zeit bisher recht gut überstanden habe. Die ersten Wochen fühlten sich wirklich merkwürdig an, als ich noch jeder Schlagzeile hintergerannt bin, an den Lippen jedes Experten, jedes Politikers, jeder Zahl hing, was Prognosen über Fortgang der Corona-Viren samt dazugehöriger Krise der Systeme betraf.

Inzwischen habe ich angefangen weniger Nachrichten zu schauen, dafür wieder mehr auf mich. Ich finde und schaffe kleine Oasen von einer Art Normalität und Leichtigkeit, die mein Herz erwärmen in den distanziert verunsichernden Zeiten. Es geht mir besser und ich habe mich eingerichtet.

Ich verabrede mich regelmäßig zu Video Chats und noch lieber zu Spaziergängen. Einkaufen gehe ich dann, wenn ich vermute, dass die Schlangen nicht so lang sind, oder an Orten, von denen ich weiß, dass es keine langen Schlangen gibt. Ich habe angefangen regelmäßig Dienstag um 19 Uhr Live-Streaming-Konzerte zu machen. Auch wenn mir dabei der Kontakt mit dem Publikum fehlt, versuche ich diese neue Form des In-Verbindung-Bleibens für mich zu etablieren. Ich schalte anschließend ab und lösche das Video. Weil ich aus Prinzip ich nicht möchte, dass alles jederzeit virutell abrufbar ist. Ich möchte den Live-Moment nicht verlieren.

Ich denke an mein neues Album, dass ich im Herbst veröffentlichen werde und dass das heißt, wieder mehr Zukunft ins Ungewisse zu planen, in der Hoffnung, dass Hoffnung wieder salonfähig wird.

Seitdem ist die Musik wieder in mein Leben getreten und ein neuer Song entstanden. Der kommt auch noch mit aufs neue Album „Wellblechreiten“, jetzt wo er schon mal da ist: Sie steht nicht sill

Liebe Grüße und gute Gedanken, eure Jana